Newsletter
RSS FACEBOOK Twitter Weiterempfehlen

Aus der Apotheke

Auch im Sommer den Durchblick behalten

von Dr. Jörg Hildebrandt

Frau mit strahlend schönen Augen © David Laurens/PhotoAlto


 

Tränende, juckende und entzündete Augen? Rote, geschwollene Lider? Gerade im Sommer leiden viele Menschen unter Augenproblemen. Die Ursachen: Baden in Chlorwasser im Freibad oder heimischen Pool, Krankheitserreger im See oder Gräserpollen. Auch auf das verstärkte Sonnenlicht können die Augen sensibel reagieren.


Meistens steckt hinter roten Augen eine Bindehautentzündung. Diese kann unter anderem durch Bakterien, Viren, Pilze oder Allergien ausgelöst werden. Die Symptome sind Rötung, Jucken, Brennen, tränende Augen, eventuell kommt eine Absonderung von Schleim oder Eiter hinzu. Insbesondere bei Hornhautbeteiligung ist eine Sehminderung möglich. Es können beide oder nur ein Auge betroffen sein. Die Behandlung einer Bindehautentzündung richtet sich nach der Ursache.


Folgende Ursachen sind häufig:
•    Infektionen durch Bakterien oder Viren.
•    verstopfter Tränenkanal mit nachfolgender Infektion durch Fremdkörper, z. B. Sandkörnchen
•    Allergische Reaktion der Augen infolge von Heuschnupfen oder Asthma
•    Bindehautreizung durch äußere Einflüsse wie Rauch, Chlorwasser, grelles Licht (Verblitzung)


Akute Entzündung? Homöopathie hilft!
Egal, wie die Bindehautentzündung ausgelöst wurde, in der Praxis kommen häufig antibiotische Augentropfen zum Einsatz. Dabei sind diese oft nicht nötig. Besonders hat sich die homöopathische Behandlung mit Euphrasia, zu Deutsch Augentrost, bewährt. Euphrasia kann als Globuli oder Tabletten eingenommen werden, steht aber auch als Augentropfen zur Verfügung. Die homöopathischen Augentropfen dürfen schon ab dem Säuglingsalter gegeben werden (Dosierung: ein- bis dreimal täglich ein Tropfen in jedes Auge). Zusätzlich kann das auf Symptome und Ursache passende homöopathische Mittel in der Potenz D12 eingenommen werden, anfangs stündlich bis zweistündlich 5 Globuli oder 1 Tablette und an den nächsten Tagen bei Bedarf noch 1-3-mal täglich.

Hier die wichtigsten homöopathischen Mittel auf einen Blick:
Aconitum napellus: plötzliche und heftige Beschwerden, Ursache häufig kalter Wind, Zugluft oder auch Sand/Staubteilchen; stark gerötete Augen, Betroffene/r  hat ein trockenes, heißes Gefühl im Auge, als ob Sand darin wäre; Tränenfluss und Lichtscheu; Bewegung der Augen verschlimmert die Schmerzen.

Allium cepa: brennende, gerötete Augen; lichtempfindlich; reichlicher, milder Tränenfluss (wie beim Zwiebelschneiden, Allium cepa = Küchenzwiebel), während das Nasensekret scharf ist und wund macht; Verschlechterung im Frühling und in warmen Räumen; Besserung an der frischen Luft;

Apis mellifica: hellrote und geschwollene Bindehaut, geschwollene Augenlider; brennende und stechende Schmerzen, heißer Tränenfluss; kalte Auflagen lindern die Schmerzen.

Atropa belladonna: plötzlicher und heftiger Beginn der Beschwerden, z. B. nach längerer Sonneneinstrahlung oder Zugluft; Bindehaut hochrot; meist weite Pupillen; kein oder nur wenig Tränenfluss, starke Lichtempfindlichkeit; klopfende Schmerzen im Auge.

Euphrasia: Hauptmittel bei Bindehautentzündung; rotes Auge, Bindehaut und Augenlider gerötet und geschwollen, Lichtempfindlichkeit, tränende Augen, eitriges Sekret.

Pulsatilla pratensis: brennende, stechende Schmerzen in den Augen; Trockenheitsgefühl, obwohl reichlich dickes, gelbliches, mildes Sekret aus den Augen fließt; Augenlider gerötet und geschwollen, Augenlider sind morgens beim Aufwachen verklebt; Stimmung ist weinerlich.

Augentropfen Oculoheel®: Die Oculoheel®-Einmalaugentropfen sind vielseitig anwendbar. Sie helfen etwa bei gereizten Augen sowie bei Entzündungen des Auges, der Bindehaut oder des Augenlides. Oculoheel®-Tropfen bestehen aus einer wässrigen Lösung, die ähnlich wie Tränen das Auge befeuchtet. Zusätzlich enthalten sie homöopathische Wirkstoffe, die sich bei der Behandlung von gereizten Augen bewährt haben. Praktisch auch für die Reise: Jede Dosis ist einzeln verpackt.

Langzeitschäden durch UV-Licht
Dass man seine Haut vor zu viel Sonne schützen sollte, ist mittlerweile jedem bekannt. Doch auch die Augen sollten konsequent vor UV-Strahlen geschützt werden. Sonst drohen Langzeitschäden wie zum Beispiel Grauer Star (Linsentrübung). Die Krankheit kommt schleichend, nach einer „Einwirkzeit" des Sonnenlichts über mehrere Jahrzehnte, in deren Folge sich die Eiweiße der Linse verändern. Die Schädigung ist irreversibel und führt zu verschwommen Sehen, Grauschleier und Blendung. Allerdings kann der graue Star mittlerweile problemlos operiert werden, die geschädigte Linse wird durch eine neue ausgetauscht. Der Langzeitschaden der im Zentrum des Sehens (Macula) auf der Netzhaut durch UV Licht bzw. intensives Blaulicht (oder auch Rauchen) entsteht (Maculadegeneration) ist allerdings irreversibel. Daher sollte an sonnigen Tagen immer eine Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Filter getragen werden. Lassen Sie sich beraten, denn es kommt auch darauf an, wo Sie Urlaub machen, im Gebirge oder am Meer. Für die Berge benötigen Sie einen höheren UV-Filter. Achten Sie auch auf die CE-Kennzeichnung. Sie garantiert ein Minimum an Qualität.

Nur Sand im Auge?
Sonne, Strand, Meer – herrlich! Doch das Urlaubsfeeling ist schnell getrübt, wenn eine frische Brise plötzlich Sand oder andere Fremdkörper ins Auge fegt. Was tun? Versuchen Sie den Übeltäter mit klarem Wasser vorsichtig zu entfernen. Nicht reiben oder kratzen! Bei länger anhaltendem Fremdkörpergefühl, stark geröteten oder geschwollenen Augen, verminderter Sehschärfe oder Schmerzen nicht zögern, sondern zum Arzt gehen!

Tauchen und Schwimmen im Meer
Schnorcheln und Tauchen sind beliebte Sportarten. Gerade im Meer gibt es unter Wasser viel zu entdecken. Passt die Taucherbrille jedoch nicht hundertprozentig, kann schnell Salzwasser eindringen. Bei empfindlichen Augen ist daher ein Schnupperkurs in einer Tauchschule empfehlenswert. Übrigens: Unter Wasser brennt das Salzwasser nicht in den Augen. Erst beim Auftauchen, wenn Sauerstoff hinzukommt, wird es unangenehm.

Tipp für Kontaktlinsenträger

Kontaktlinsenträger, die im Sommer gerne in Seen schwimmen: Durch Amöben im Wasser kann es zu einer sogenannten Acanthamöbenkeratitis kommen. Die Erreger setzen sich unter weichen Kontaktlinsen fest und können dort eine sehr schmerzhafte Augenentzündung bis zur Erblindung verursachen. Daher sollten Kontaktlinsenträger beim Schwimmen besser keine Linsen tragen, sondern lieber eine Brille.

Dr. Jörg Hildebrandt
Dr. Jörg Hildebrandt ist Allgemeinmediziner und Facharzt für Augenheilkunde in St. Pölten. Sein Behandlungsspektrum umfasst sowohl die konventionelle Medizin als auch die Klassische Homöopathie, die Manualtherapie und die Akupunktur.
Dr. Jörg Hildebrandt erhielt nach 2008 dieses Jahr bereits zum zweiten Mal den Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie.


Fotocredit: © David Laurens/PhotoAlto

 

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Sie möchten unseren Newsletter regelmäßig erhalten?
Dann am besten gleich hier für unseren nächsten Newsletter anmelden (4x/Jahr)

 

Zurück zur Übersicht

Suche

Ärztinnen & Ärzte Hebammen Bewährte Indikationen Arzneimittel
Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer