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Homöopathie saisonal

Möge Deine Leber gesund sein!

von Dr. Erfried Pichler

Leber © Sebastian Kaulitzki – Fotolia.com


 
Müdigkeit und Energiemangel? Emotionale Instabilität, Verstimmungen wie Wut, Trauer, Nervosität und Gereiztheit? Schlafstörungen bzw. Aufwachen zwischen eins und drei in der Nacht? Trockene oder rote Augen? Ein Druckgefühl im Oberbauch? Symptome, die neben dem Hauptmerkmal „schlechte Leberwerte“ – sichtbar in der Blutuntersuchung – eine eingeschränkte Leberfunktion signalisieren können.

Neben zahlreichen anderen wichtigen Funktionen ist die Leber unser wichtigstes Entgiftungsorgan und verantwortlich für den Abbau und die Ausleitung von körpereigenen und von außen zugeführten Schadstoffen. Als Stoffwechselorgan steuert sie nicht nur den Fett- und Cholesterinstoffwechsel, sie ist über die Produktion von Gallensäuren auch für die Fettverdauung verantwortlich.

Was die Leber belastet
An Fest- und Feiertagen neigen zahlreiche ÖsterreicherInnen traditionell zu leberbelastendem Verhalten. Das bedeutet: zu viel fettreiche, schwere Kost, zu viel Alkohol und Nikotin, zu wenig Entspannung und Bewegung an frischer Luft. Alkohol ist immer noch der häufigste Auslöser für eine kranke Leber. Männer sollten deshalb nicht mehr als einen halben Liter Bier oder einen viertel Liter Wein am Tag trinken, Frauen sogar nur die Hälfte davon konsumieren.

Schluss mit schlechten Gewohnheiten

Wer die Leber schonen will, sollte allerdings nicht nur seinen Alkoholkonsum einschränken, sondern auch seine Ernährung überdenken. Denn alles, was der Körper zu viel an Lebensmitteln aufnimmt, wird als Überangebot in der Leber gespeichert.
Normalerweise verarbeitet die Leber unter anderem Energieträger aus der Nahrung (Kohlenhydrate und Fettsäuren) und gibt sie in Form von Neutralfetten (Triglyceride) ins Blut ab. Besteht ein Überangebot an Nahrungsfetten und/oder -kohlenhydraten, kann die Leber sie nicht mehr vollständig verarbeiten und abtransportieren. Sie speichert die Fette und auch bestimmte Zuckerarten. Die Folge: Die Leber verfettet zunehmend. Auch freie Fettsäuren, die aus Fettgewebe – vor allem Bauchfett – freigesetzt werden, gelangen in die Leber und tragen zu deren Verfettung bei. Folglich führt ständiger Überschuss an Fett und Zucker auf Dauer zur Fettleber. Deshalb: Viel Gemüse und Vollkornprodukte essen! Vorsicht bei Obst und Fruchtsaftgetränken! Letztere enthalten besonders viel Fruchtzucker. Und auch dieser schadet der Leber. Insgesamt sollte Zucker sparsam verwendet werden sowie auch geschälter Reis, Brot und Nudeln aus Weißmehl. Und natürlich möglichst fettarm ernähren!

Medikamente schaden der Leber
Eine Studie hat gezeigt, dass eine Dosis von 150 mg Paracetamol pro Kilogramm Körpergewicht zu Leberversagen führen kann. Ärzte und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfehlen deshalb, sich vor der Einnahme von Schmerzmedikamenten von einem Arzt beraten zu lassen. Vorsicht ist auch bei Schmerzmitteln gegen Rheuma (NSARs) geboten sowie bei bestimmten Antibiotika, Mittel gegen Epilepsie oder das Blutverdünnungsmedikament Marcoumar. Diese können ebenso Leberschäden verursachen.

Hilfe durch die homöopathische Medizin

Übelkeit, Kopfschmerzen und Gereiztheit
Wer gerne dem „Zuviel“ frönt – beim Arbeiten, Essen, Trinken, Vergnügen uvm. – und dann vor allem morgens über Übelkeit, Kopfschmerzen und Gereiztheit klagt, dem kann Strychnos nux-vomica, die Brechnuss, helfen. Auch dann, wenn dieser ausschweifende Lebenswandel schon zu einer Fettleber geführt hat.

Völlegefühl, schlechte Laune und Rückenschmerzen
Das Schöllkraut, Chelidonium majus, wirkt besonders bei LeberpatientInnen, die an Völlegefühl, Reizbarkeit und einem typischen stechenden oder reißenden Schmerz von der Leber in den Rücken bis zum rechten Schulterblatt leiden.

Vergrößerte Leber, Bauchschmerzen und Verstopfung
Ist die Leber schon vergrößert und verhärtet und schmerzt beim Gehen oder beim Liegen auf der rechten Seite, dann lindert häufig Magnesium chloratum (früher: Magnesium muriaticum) diese Erkrankung. Schlafen ist daher nur auf der linken Seite möglich. Dazu gesellen sich oft krampfhafte Bauchschmerzen und hartnäckige Verstopfung. Die nagenden Bauchschmerzen werden durch häufiges Essen von kleinen Mahlzeiten beruhigt. Auch Phosphor ist eine wichtige Arznei, die vor allem bei Leberentzündungen zum Einsatz kommt. Natürlich ist auch bei diesem Krankheitsgeschehen eine genaue Abklärung und Diagnose erforderlich. Gerade bei chronischen Leberentzündungen ist ein gemeinsames Vorgehen von konventioneller Medizin und homöopathischer Medizin sehr zielführend.
Also: „Möge Deine Leber gesund sein!“ (assyrischer Alltagsgruß)

Dr. Erfried Pichler
Dr. Erfried Pichler ist Allgemeinmediziner und Homöopath mit Arztpraxen in Klagenfurt und Wien. Außerdem leitet er die homöopathische Ambulanz an der Kinderonkologie im LKH Klagenfurt. Zu seinen Schwerpunkten zählen u.a. die integrative Behandlung von Krebserkrankungen und die Schmerztherapie. Weiters ist er gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Homöopathie und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM). Neben seiner Lehrtätigkeit bei der ÖGHM bestreitet Dr. Erfried Pichler auch Vorträge für Laien, u.a. für den Verein Initiative „Homöopathie hilft!“ und im Rahmen der MINI MED-Reihe.

Fotocredits: Leber © Sebastian Kaulitzki – Fotolia.com

 

 

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