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Globulino

Ohrenschmerzen rasch lindern

von Dr. Katrin Strauch

Krankes Kind © Klaus Vyhnalek


Ohrenschmerzen treten häufig in der Nacht auf und können sehr schmerzhaft sein, Kinder leiden besonders – und mit ihnen natürlich die Eltern. Ihr Ziel: Die Schmerzen so schnell wie möglich zu stoppen und dem Kind eine ruhige Nacht zu bescheren. Hierbei leistet die Homöopathie wertvolle Unterstützung.

Wie so oft im Herbst, kamen die Ohrenschmerzen ganz plötzlich. Tagsüber hat er noch fröhlich im Wind gespielt und Drachen steigen lassen, abends hat Michael bereits etwas gefröstelt, nachts wacht der Sechsjährige mit starken Ohrenschmerzen und hohem Fieber auf. Die Heftigkeit des Infekts ist überraschend. Das Fieber ist auf 39,5 Grad Celsius gestiegen, der Kopf des Buben ist knallrot, sein ganzer Körper trocken und heiß. Unruhig wirft er sich im Bett hin und her, strampelt die Bettdecke weg und hat großen Durst auf kaltes Wasser. Weinend klagt er: „Mein Ohrli tut so weh!“ Aus homöopathischer Sicht liegt hier eindeutig ein Fall für „Acontinum“ vor. Durch kalten Wind verursacht, im Verlauf brisant: Frösteln, nachfolgend rascher Fieberanstieg, hohes Fieber, roter Kopf, trockener Mund, großer Durst auf kalte Getränke, Angst und Unruhe.

Ohrenschmerzen treten häufig als Symptom einer Erkältungserkrankung auf. Das Ohr sticht, schmerzt, pulsiert – alles Anzeichen einer Mittelohrentzündung, ausgelöst durch Viren oder Bakterien, meistens in Kombination mit Schnupfen. Häufiger Erkrankungsbeginn ist meist in der Nacht. Da zu diesem Zeitpunkt eine genaue Anamnese oft unmöglich ist, rate ich im Akutfall zu einem homöopathischen Mischpräparat, zum Beispiel zu Otodolor®-Ohrentropfen. Betrachtet man die Einzelkomponenten von Otodolor®, findet man Capsicum annuum (Spanischer Pfeffer) und Pulsatilla pratensis (Küchenschelle). Beide Arzneien werden gegen stechenden Schmerz eingesetzt. Weiters Acidum silicicum (früher Silicea, Kieselsäure) – ein Wirkstoff, der gegen die Schwellung im Gehörgang Verwendung findet und Chamomilla recutita (Kamille) – wirkt beruhigend auf Entzündungen. Auch Viburcol®-Zäpfchen oder -Phiolen, ebenfalls ein homöopathisches Mischpräparat mit den Bestandteilen Atropa belladonna und Pulsatilla pratensis, lindern Unruhezustände, die mit Ohrenschmerzen einhergehen können.

Klassische Arzneien gegen Ohrenschmerzen:

Aconitum napellus (Blauer Eisenhut): Bei plötzlich auftretenden Schmerzen, meist ausgelöst durch kalten Wind, die sich abends und nachts verschlimmern. Es kann auch zu plötzlichem Fieberanstieg kommen. Ängstlich , v.a. nachts.

Atropa belladonna (Tollkirsche): Pochende, klopfende Schmerzen, schlimmer beim Schlucken, schlimmer in kalter Luft, ausstrahlend in Gesicht und Kopf. Einbinden bessert. Heftig, tobt, Fieberdelirium

Capsicum annuum (Spanischer Pfeffer): Heftigste Ohrenschmerzen mit Druck- und Berührungsempfindlichkeit hinter den Ohren. Brennende und stechende Schmerzen in Hals, Blase und Darm. Husten mit berstenden Kopfschmerzen. Viel Durst.

Chamomilla recutita (Kamille): Häufig ausgelöst durch schwierige Zahnung. Das Kind ist unleidlich, weiß nicht was es will, erträgt den Schmerz nicht. Auffallende Wangenröte, oft einseitig. Ebenso Röte der Ohren, Wärmegefühl der Ohren. Die Schmerzen sind stechend, Verlangen nach Kopfbedeckung. Durstig.

Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat): Stechende Ohrenschmerzen abends beim zu Bett gehen, besser durch kühle Auflagen. Auffallend gut gelaunt, Kind will spielen.

Lachesis mutus (Buschmeisterschlange): Vor allem, wenn die Ohrenentzündung links auftritt und sich die Schmerzen nach dem Schlaf verschlechtern.

Mercurius solubilis (Quecksilber): Eher das rechte Ohr ist betroffen. Die Schmerzen sind stechend, schlimmer beim Bücken, beim Schlucken, sowie durch Bettwärme und besser durch kalte Auflagen. Sehr zorniges Wesen.

Pulsatilla pratensis (Küchenschelle): Meist ist das linke Ohr betroffen. Allgemeines Hitzegefühl und Hitzegefühl im Ohr. Besserung an der frischen Luft, Bettwärme verschlimmert. Ohr wie verschlagen. Gereizt und weinerlich. Kein Durst.
Sobald Flüssigkeit aus dem Gehörgang tritt, darf nichts eingetropft werden und muss eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden!

Die homöopathischen Arzneien gibt man bevorzugt in tiefen Potenzen wie D6, 3 x täglich 5 Kügelchen. Bei starken Schmerzen auch stündlich. Sollte keine Besserung eintreten, konsultieren Sie bitte eine homöopathiekundige Ärztin oder Arzt.

Hausmittel bei Ohrenschmerzen

  • Eine Zwiebel würfeln, in ein Taschentuch legen, etwas zerdrücken bis sich das Tuch mit Saft vollsaugt und dann ca. 30 Minuten aufs Ohr legen.
  • Kartoffeln kochen, zerdrücken, so heiß wie möglich in ein Taschentuch wickeln und öfters ans Ohr halten.
  • Etwas Olivenöl, in das man auch einen Tropfen ätherisches Lavendelöl mischen kann, in der Hand erwärmen, ein Wattestäbchen darin eintauchen und das Ohr damit ausputzen. Es soll etwas Olivenöl im Ohr zurück bleiben.
  • 1 Bund frische Petersilie in der Hand zerquetschen oder zu Brei hacken, in etwas Verbandsmull einschlagen und sofort auf das Ohr legen. Auflegen und längere Zeit einwirken lassen. Frage: Was ist mit abdecken gemeint?


Dr. Katrin Strauch
Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie, Wien
Dr. Katrin Strauch eröffnete 1996 Ihre Praxis für Allgemeinmedizin und Homöopathie in Wien 14. Seit 1999 ist sie Mitglied im Ausbildungsteam der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM).

Fotocredit: Krankes Kind © Klaus Vyhnalek

 

 

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