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Aus der Apotheke: Trockene, gereizte Haut; Ekzeme und atopische Dermatitis

Wenn die Haut ausschlägt

von Mag. pharm. Sabine Lexer

Frau betrachtet sich im Spiegel © dimitriy_ - Fotolia.com

 
Rötungen, Schuppen, Pusteln, Quaddeln – gerade im Herbst und Winter treten Hautprobleme aufgrund eiskalter Witterung, trockener Heizungsluft und Mangel an Sonnenlicht (Vitamin D) vermehrt auf.

Die einen tragen sie als Flecken an versteckten Körperteilen, die anderen mitten im Gesicht, die chronische Hautkrankheit, die sich im Winter erfahrungsgemäß verschlechtert. „Es fängt mit kleinen harmlosen, juckenden Pusteln an und wird dann zu einem roten Teppich“, erzählt eine 25-jährige Patientin, die seit ihrer Kindheit von Neurodermitis gequält wird: „In manchen Nächten ist der Juckreiz so unerträglich, dass ich nicht schlafen kann.“ Was sie von ihren Mitmenschen zu hören bekommt, kränkt sie oft so sehr, dass sie in schlimmen Zeit lieber gar nicht das Haus verlässt: „Ist doch nicht schlimm. Tut ja nicht weh!“, „Ist doch nur psychisch? Entspann‘ dich halt mal!“ oder „Du mit deinen Allergien. Ist ja alles nur Einbildung!“
 
Auslöser: Nahrungsmittel, Kosmetika, Stress?

Die Ursache ist nicht geklärt: Experten vermuten ein Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, immunologischen Veränderungen und Umwelteinflüssen. Oft kommen die Schübe nach oder während Stressperioden, durch Kontakt mit Reizstoffen wie zum Beispiel Reinigungsmittel, Konservierungsstoffen oder Kosmetika, aber auch nach Ernährungssünden. Hier gilt jedoch die Weisheit aus der TCM: Was dem einen gut tut, kann dem anderen schaden! So ist es völlig sinnlos Zitrusfrüchte, Hefe, Zucker, Weizen oder Kuhmilchprodukte generell vom Speiseplan zu streichen, wichtiger ist sich selbst zu beobachten – gegebenenfalls ein Nahrungsmitteltagebuch zu führen - und auf seinen Körper zu hören.

Der Leidensweg
Gerade Kleinkinder, Babys oder auch Schwangere haben es schwer, wenn die Haut rebelliert. Denn viele Medikamente wie etwa kortisonhältige Präparate oder Antihistaminika sind für sie nicht geeignet. Und auf Dauer sind diese Arzneimittel aufgrund der zu erwartenden Nebenwirkungen auch gar keine Lösung. Die gute Nachricht: Etwa zwei Drittel aller betroffenen Kinder verlieren die Krankheit im Laufe der Schulzeit. Und: Die Homöopathie leistet wertvolle Unterstützung auf den Weg zu einer intakten Haut!

Sanfte Unterstützung mit Homöopathika
Neben der symptomatischen Behandlung mit, wie oben erwähnt, kortisonhältigen Präparaten und Antihistaminika, leistet die homöopathische Medizin gute Dienste. Jedoch, wie auch bei der Speisenauswahl gilt, jede Allergikerin und jeder Allergiker reagiert verschieden und benötigt je nach Typ, Hautbild und Symptomen unterschiedliche Mittel. Hier ein Überblick der häufig eingesetzten Arzneien:

Gereiztheit

Cardiospermum halicacabum D3 (Ballonrebe) hilft bei stark juckender, trockener oder nässender Haut, wenn sich die Beschwerden bei Wärme verschlimmern. Es hat sich beispielsweise bei allergischer Hautentzündung der Haut, Waschmittelallergie sowie Allergie gegen Seife und Duschgel bewährt.

Hilflosigkeit
Bei nesselartigen, periodisch auftretenden Hautausschlägen, die sich bei Berührung oder durch Feuchtigkeit verschlimmern, wird Urtica urens D6 (kleine Brennessel) eingesetzt. Urtica urens hat einen Bezug zur Haut und Schleimhaut und ist bewährt bei Nesselausschlägen als Reaktion auf Lebensmittel (Meeresfrüchte) und Medikamente.

Überforderung
Sepia officinalis (Tintenfisch) mildert sowohl juckende, nässende Hautausschläge wie auch Pickel und Akne. Die Beschwerden bessern sich bei Bewegung und nach dem Schlaf und verschlechtern sich in Zeiten von Hormonschwankungen (Menstruation, Schwangerschaft, Klimakterium, Einnahme von Hormonpräparaten), Schwitzen und bei feucht-kalter Luft.

Ruhelosigkeit
Heftig juckender, brennender und stechender Bläschenausschlag, der sich durch Kälte, Nässe, körperliche Überanstrengung und in Ruhe verschlimmert und durch Wärme meist verbessert, wird mit Toxicodendron quercifolium (Giftsumach, früher: Rhus toxicodendron) behandelt.

Stress
Strychnos nux-vomica (Brechnuss) hat sich bei juckender und entzündeter Haut mit Pusteln ähnlich wie Akne bewährt. Ursache der Hautausschläge sind unter anderem Stress, Medikamentenunverträglichkeiten und allergische Reaktionen auf Kosmetika.

Einnahme-Empfehlung: Bei heftigen Beschwerden können anfangs 4–5 Mal täglich, sonst 3 Mal täglich 5 Globuli bis zur Besserung genommen werden. Danach Abstände verlängern bis zum Abklingen der Beschwerden. Anhaltende und immer wiederkehrende Hautausschläge müssen ärztlich abgeklärt werden!

Homöopathische Salben
Zur äußerlichen Anwendung stehen kortisonfreie, homöopathische Salben (Komplexmittel) zur Verfügung. Die Halicar®-Salbe eignet sich zur Behandlung von leichten Hautentzündungen und wiederkehrende allergische Hautreaktionen, die mit Juckreiz einhergehen. Rubisan®-Salbe eignet sich zur Behandlung trockener Hautausschläge.


Mag. pharm. Sabine Lexer
Mag. pharm. Sabine Lexer ist selbstständige Apothekerin in Wien Margareten. Davor leitete sie 14 Jahre lang die St. Anna Apotheke in Wien Meidling. Sie ist Spezialistin  zum Thema Bachblütentherapie und Homöopathie und organisiert laufend Vorträge zu interessanten Gesundheitsthemen. Seit Jänner dieses Jahres ist sie Obfrau des Vereins Initiative „Homöopathie hilft!“.

Fotocredit: Frau betrachtet sich im Spiegel © dimitriy_ - Fotolia.com

 

 

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