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Globulino: Himmelhochjauzend – zu Tode betrübt

Die emotionale Hochschaubahn der Pubertät

von Dr. Gloria Kozel

Genervtes Mädchen © pathdoc - Fotolia.com

 
Sonntag, 10.30 Uhr. Die Eierspeise dampft auf den Tellern, der Kaffee duftet in den Tassen. Marlene legt zwar Wert auf ein gemeinsames Frühstück mit ihrer Familie, wenn sie dann aber tatsächlich aufstehen soll, sieht das Ganze schon anders aus. Schlechtgelaunt und müde taucht sie auf, wirft sich auf den Sessel, ihre Haare geraten dabei auf den Teller, sind mit Ei verklebt.

Ihr jüngerer Bruder kichert: „Iih-gitt, Eier mit Haare!“ Seine Schwester zischt böse: „Halts Maul, Du *pieps*!“ „Marlene! Kannst Du Dir mal wieder normale Umgangsformen angewöhnen!“, schimpft der Vater. „Nun, lass‘ sie. Sie ist in der Pubertät. Da sind viele Mädels schlecht gelaunt!“, versucht die Mutter die Situation zu retten. Vergeblich, Marlene ist schon aufgesprungen, ihren Teller in der Hand. „Ihr könnt mich mal. Ich esse in meinem Zimmer. Lasst mich bloß in Ruhe!“ Ein ganz normales Frühstück?

Chris Boettcher spricht in seinem Lied „In der Pubertät“ vielen Eltern aus der Seele: „Mit sechs, da sind sie so lieb, die ewig Süßen, mit 16 möchtest Du sie gerne zum Mond raufschießen. Mit 10 bringst sie zum Schlittschuh laufen, mit 15 holst sie ab vom Komasaufen. Mit 11 träumt sie noch vom eigenen Pferd, mit 15 musst Du aufpassen, dass sie nicht schwanger wird.“ In der Tat, „in der Pu, in der Pu, in der Pubertät – glaubst‘ bei deinen Kindern ist alles zu spät!“(www.youtube.com/watch?v=5kAIQhUSpAs)

Die Pubertät ist für viele Eltern eine schwierige Phase. Konnten sie sich zuerst noch in ihren pädagogischen Glanzleistungen sonnen und die Produkte ihrer Erziehung mit Zufriedenheit und Wohlwollen betrachten, plagen sie jetzt Selbstzweifel und Angst. Was haben wir falsch gemacht? Wieso hat sich – praktisch aus heiterem Himmel – unsere familiäre Idylle verabschiedet? Der Grund: Der Weg vom Kind zum Erwachsenen, die Entwicklung der sexuellen Geschlechtsreife, ist nicht nur von körperlichen Veränderungen geprägt – auch im Gehirn laufen Umbauarbeiten auf Hochtouren: Die Anzahl der Nervenzellen nimmt ab, dafür kommen Verbindungsbahnen dazu; die Netzwerke zwischen den Nervenzellen verändern sich. Die Abläufe werden hormonell gesteuert – und dieser Hormoncocktail sorgt für emotionale Schwankungen. Da wird schon mal das sonst so liebe Töchterchen zum fauchenden Biest, der hilfsbereite Sohnemann zum aggressiven Rüpel. Dann verkriechen sie sich wieder tagelang in ihr Zimmer, schweigen, chillen, sind ständig müde und motivationslos. Auch für die Heranwachsenden keine leichte Zeit. Auf der Suche nach ihrer neuen Identität, ihrer Authentizität, fühlen sie sich ihren Stimmungsschwankungen hilflos ausgesetzt und häufig ungerecht behandelt.

Abwarten kann hier die richtige Strategie für Kinder und Eltern sein. Ist das Familienleben jedoch schon schwer belastet, kann die Homöopathie helfen, emotionale Stabilität, Ausgeglichenheit und familiären Frieden wieder herzustellen.


Homöopathie für Jugendliche in der Pubertät:


Aggressionen
Kinder und Jugendliche, die auf Sulfur (Gelber Schwefel) ansprechen, sprühen vor Energie, haben viel Temperament und sind sehr aktiv, immer in Bewegung. Jedoch sind sie in der Schule meistens extrem faul und vergesslich (Hausübungen!). Längeres Stillsitzen ist ein Problem.


Ängste
Wenn Stress und Arbeiten unter Zeitdruck zu Beschwerden (z.B. Kopf-, Bauchschmerzen) oder Ängsten führt – etwa Angst, etwas Falsches zu sagen, ausgelacht zu werden, kann Calcium carbonicum helfen. Es sind im Grunde fleißige Kinder, doch wenn die Lehrerin bzw. der Lehrer sie nicht direkt fragt, bleiben sie still. Aus eigener Motivation heraus melden sie sich im Unterricht nicht.


Depressive Verstimmungen
Bei Ärger, schlechter Laune, unerklärlicher Traurigkeit und innerem Rückzug, wenn jede kleinste Anstrengung noch mehr schwächt, kommt Acidum phosphoricum (Phosphorsäure) zum Einsatz. Oft steckt körperliche oder geistige Überanstrengung bedingt durch (Liebes-)Kummer, Krankheit (z.B. Grippe, Durchfall, Blutungen) oder schnellem Wachstum bei Jugendlichen dahinter.


Emotionale Krisen
Strychnos ignatii (Ignazbohne) hilft Menschen nach häufigen Enttäuschungen, wenn sie sehr gekränkt sind und sich zurückgewiesen fühlen; auch bei Liebeskummer. Der Hals fühlt sich wie „zugeschnürt“ an. Weinen und Lachen können sich schnell abwechseln.


Hautprobleme
Sulfur (Gelber Schwefel) hilft nicht nur bei Aggressionen, sondern auch gegen trockene, schuppende, juckende und gerötete Haut. Sepia officinalis (Tintenfisch) mildert sowohl juckende, nässende Hautausschläge wie auch Pickel und Akne. Weitere Mittel im Artikel zum Thema Hautprobleme – auch in diesem Newsletter.


Menstruationsbeschwerden

Pulsatilla pratensis schafft Abhilfe bei starken Unterleibskrämpfen, Übelkeit und Erbrechen vor der Regel. Mal ist die Blutung stark, dann wieder schwach. Weitere typische Symptome sind Blässe, Durstlosigkeit und Stimmungsschwankungen in Richtung Weinerlichkeit. Ebenso ein sehr bewährtes Mittel ist Lachesis muta. Üblicherweise treten die Beschwerden linksseitig und vor allem morgens auf. Die körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen und psychischen Symptome wie Reizbarkeit verschwinden schlagartig mit Einsetzen der Blutung.


Komplexmittel für die Psyche
Üblicherweise werden nach ausführlicher homöopathischer Anamnese individuelle Einzelarzneien verordnet. Es zeigen aber auch Komplexmittel gute Resultate. So helfen zum Beispiel Nervoheel®-Tabletten dabei, Erschöpfungszustände mit nervösen Beschwerden zu lindern. Von diesem Mittel profitieren besonders jene, die keine Zeit mehr für Erholungsphasen haben und allgemein über Antriebs- und Motivationslosigkeit klagen, die oft mit nervösen Beschwerden einhergehen.

Bei länger anhaltendem Stress treten häufig Symptome wie Schlaflosigkeit, Verdauungsprobleme und Schweißausbrüche auf, die auch signalisieren, dass das vegetative Gleichgewicht aus dem Lot geraten ist. Ypsiloheel®-Tabletten lindern Beschwerden wie z.B. allgemeine Befindlichkeitsstörungen als auch nervöse Störungen – wie Herzklopfen, Engegefühl im Hals, nervöse Schluckbeschwerden, Schlafstörungen und Magen-Darmbeschwerden.

Gerade bei psychischen Problemen gibt es im Kindes- und Jugendalter wenig zugelassene Medikamente, sodass homöopathische Arzneien in der Hand von fachkundigen Ärztinnen und Ärzten eine sehr gute Alternative darstellen.

Dr. Gloria Kozel
Dr. Gloria Kozel ist Allgemeinmedizinerin und Homöopathin in Graz. Von 2006 bis September 2012 war sie Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM). Seit 1999 bildet sie als Lehrbeauftrage der ÖGHM angehende HomöopathInnen aus.

Fotocredit: Genervtes Mädchen © pathdoc - Fotolia.com

 

 

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