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Globulino

ADHS & Co. homöopathisch behandeln

von Dr. Holger Förster


Vater schimpft mit Tochter © Dan Race - Fotolia.com

Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Aggressionen - vielen Schülerinnen und Schülern fällt das stundenlange Sitzen und Aufpassen in der Schule nicht leicht. ADHS oder doch zu früh eingeschult? Welche Gründe dahinterstecken können und welche Mittel helfen, verrät Dr. Holger Förster.



Jetzt hat sie wieder begonnen, die mehr oder weniger herbeigesehnte Schulzeit. Nach zwei Monaten fast grenzenloser Freiheit kommt nun wieder Struktur in den Alltag. Prinzipiell eine gute Sache, doch oft mit viel Stress verbunden: Dauerbeobachtung, Leistungskontrolle, Fehler werden gesucht und rot angestrichen oder auch Streit und Mobbing unter Mitschülern. Selbst einem Erwachsenen würde solch ein Umfeld alles abverlangen. Kein Wunder also, dass eine labile Kinderseele schnell aus dem Gleichgewicht gerät.



Homöopathische Unterstützung

Homöopathische Arzneien können nicht nur bei ADHS, sondern auch bei sehr vielen anderen psychischen Beschwerdebildern - Ängsten, Aggressionen, Nervosität oder Stress, aber auch Entwicklungsstörungen, Seh-Hör-Schwächen oder Sprachauffälligkeiten - unterstützend wirken. Jede Erkrankung, auch bei klarer medizinischer Diagnose und bei einer bestehenden (medikamentösen) Therapie, kann mit Homöopathika erfolgreich begleitet werden - wie etwa bei Legasthenie, wenn Ergotherapie und Logopädie mit passenden Globuli unterstützt werden.
Die homöopathische Arznei verändert dabei nicht das Wesen, sondern stabilisiert vielmehr die Persönlichkeit, hält sie in der Balance, um so äußeren Einflussfaktoren besser entgegenwirken zu können. Dr. Förster empfiehlt folgende Mittel:



Schulangst

Ein schwaches, ängstliches und nervöses Kind, das eventuell auch mit Blasen- und Darmproblemen auf eine bevorstehende Prüfung reagiert und kaum mehr Leistung aufbringen kann, profitiert vom homöopathischen Mittel Argentum nitricum (Silbernitrat) oder Gelsemium sempervirens (Gelber Jasmin). Ein anderes Kind, ebenfalls schüchtern, nervös und ängstlich, das vor allem Neuem gegenüber unaufgeschlossen ist, braucht hingegen als Unterstützung Silicea (Kieselsäure). Ängstlichkeit kann jedoch auch mit starker Unruhe verbunden sein, die mit Acidum arsenicosum (Weißes Arsenik) gut behandelt werden kann. Die genannten Arzneien werden in diesen Fällen in niedriger Potenzierung und anlassbezogen verabreicht, also nicht als Dauertherapie, eingesetzt.



Stimmungsschwankungen

In speziellen Altersphasen tendieren Kinder und Jugendliche zu unvorhergesehenen Stimmungsschwankungen, in denen sie sich selbst und der Umwelt das Leben schwer machen können. Homöopathische Mittel wie Pulsatilla pratensis (Wiesenküchenschelle), Lycopodium clavatum (Keulenbärlapp) oder Calcium phosphoricum (Kalziumphosphat) können hier sanft und erfolgreich Abhilfe schaffen.



Konzentrationsschwierigkeiten

Stundenlang sitzen und aufpassen - das fällt vielen Schulkindern schwer. Die fehlende Konzentration bringen Lehrer und Eltern gleichermaßen an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Hier helfen zum Beispiel Strychnos nux-vomica (Brechnuss), Pulsatilla pratensis (Wiesenküchenschelle) oder Sepia officinalis (Tintenfisch). Die Kombination aus Konzentrationsstörung und Hyperaktivität wird - leider viel zu oft - als ADHS diagnostiziert und mit sehr stark wirksamen Medikamenten behandelt. Neben der Abklärung eventuell zu Grunde liegender organischer Ursachen bietet auch hier die Homöopathie nach einem ausführlichen Anamnesegespräch eine Möglichkeit der Regulation durch eine Dauertherapie über mehrere Wochen oder Monate. Häufig verwendete Arzneien sind Calcium carbonicum (Kalziumkarbonat), Lycopodium clavatum (Keulenbärlapp), Sulfur (Schwefel), Strychnos nux-vomica (Brechnuss) oder Phosphorus. Gerade die Therapie von ADHS erfordert von allen Beteiligten viel Geduld und ein intensives Auseinandersetzen mit der Problematik. Eine homöopathische Therapie schließt andere Hilfen wie zum Beispiel Diät, psychologische Unterstützung und Ergotherapie natürlich nicht aus.

Auch Komplexmittel zeigen bei ADHS sowie anderen psychischen Beschwerden gute Resultate, wie eine Studie für Nervoheel® im Vergleich zum Benzodiazepin Lorazepam bei Angst- und Stresssymptomen nachgewiesen werden konnte (1).



Ein liebevolles Zuhause stärkt

"Unterstützen Sie Ihr Kind im Ausleben seiner individuellen Fähigkeiten und schaffen Sie Raum für ein Leben neben der Schule. Vermitteln Sie Ihrem Kind, durch einen liebevollen, harmonischen, respektvollen und altersentsprechenden Umgang, Geborgenheit und Sicherheit", rät Dr. Holger Förster Eltern, die ihn alljährlich gerade zu Schulbeginn aufsuchen.



Vertrauen zum Arzt ist wichtig

Jede homöopathische Arznei wird individuell auf jedes Kind und seine Bedürfnisse abgestimmt. Deshalb ist es wichtig, zuvor sein Kind genau zu beobachten und ein ausführliches Anamnesegespräch mit einem homöopathischen Arzt oder Ärztin seiner Wahl zu führen. Schließlich kann die Therapie nur dann Erfolg haben, wenn Vertrauen zwischen Arzt und Patient vorhanden ist.



Wie finde ich einen Homöopathen in meiner Nähe?

Mit Hilfe der Ärztedatenbank auf der Website der Initiative "Homöopathie hilft!" finden Suchende schnell und unkompliziert ÄrztInnen mit Homöopathie-Ausbildung in ganz Österreich:
http://www.homoeopathiehilft.at/


Literatur:
(1) Meerschautl L. et al., Evid. Based Complement. Alternat. Med. 2009 December;6(4):507-515.


Dr. Holger Förster

Dr. Holger Förster ist Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Homöopathie mit eigener Praxis in Salzburg. Weitere Schwerpunkte: Akupunktur, Manuelle Medizin, Sportarzt
Video mit Dr. Holger Förster über Homöopathie und Psyche:
http://www.homoeopathiehilft.at



Fotocredits: Vater schimpft mit Tochter © Dan Race - Fotolia.com

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