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Globulino

Gewappnet durch den Winter

von Dr. Gloria Kozel

Kind mit Fieber (© Klaus Vyhnalek)


Nasses Wetter, eisiger Wind, hustende und schnupfende Mitmenschen - leicht fängt man in der kalten Jahreszeit eine Infektion ein. Kinder sind meist häufiger betroffen als Erwachsene. Doch das muss nicht gleich ein Fall für den Arzt bzw. für eine Antibiotikatherapie sein! Im Akutfall rasch eingesetzt, verhindert die homöopathische Medizin eine Verschlimmerung der Erkrankung und lindert die Symptome.

Wie so oft, kam die Erkältung ganz plötzlich. Tagsüber hat Julian noch fröhlich im Wind gespielt, abends hat er bereits etwas gefröstelt, nachts wacht der Vierjährige mit trockenem, harten Husten auf und hat hohes Fieber. Die Heftigkeit des Infekts ist überraschend. Das Fieber ist auf 39,5 Grad Celsius, der Kopf des Buben ist rot, sein ganzer Körper trocken und heiß. Unruhig wirft er sich im Bett hin und her, strampelt die Bettdecke weg und hat großen Durst auf kaltes Wasser. Ängstlich fragt er seine Mutter: „Was ist mit mir los? Habe ich etwas Schlimmes?“

Ein Fall für Aconitum
Aus homöopathischer Sicht liegt hier eindeutig ein Fall für „Aconitum“ vor. Durch kalten Wind verursacht, im Verlauf brisant: Frösteln, nachfolgend rascher Fieberanstieg, hohes Fieber, roter Kopf, trockener Mund , großer Durst auf kalte Getränke, Angst und Unruhe.
Genau dieses Krankheitsbild würde jeder Gesunde bekommen, wenn er die Giftpflanze Sturmhut (Acontinum napellus) in homöopathischer Zubereitung zu sich nehmen würde. Einmal bleibt es beim Kratzen im Hals, raue Stimme und leichte Schluckbeschwerden; nach ein paar Lutschbonbons ist der Spuk in zwei, drei Tagen vorbei. Ein anderes Mal verläuft die Krankheit heftiger mit starken Gliederschmerzen und sogar Fieber. Und manchmal sind die Halsschmerzen nur der Auftakt für einen grippalen Infekt, der einen zu ein paar Tagen Bettruhe zwingt.
Die Heftigkeit des Infekts hängt mit dem Zustand des Immunsystems zusammen. Ebenso wie schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung, macht Stress uns krankheitsanfälliger.

Power fürs Immunsystem
So könnte Julians Immunsystem präventiv gestärkt werden: zuerst einmal durch gesunde, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft sowie durch eine klassische homöopathische Behandlung mit Einzelmitteln. Die homöopathische Wirkung zielt nicht auf eine spezielle Erkrankung oder einen speziellen Erreger ab, sondern sie regt die Selbstheilungskräfte des Körpers und damit das Immunsystem an. Das homöopathische Mittel gibt dem Organismus einen Impuls das gestörte Gleichgewicht Körper-Seele-Geist wiederherzustellen.

Calcium carbonicum (Austernschale) kann insbesondere bei ständig erkälteten Kindern helfen. Es geht ihnen schlechter bei feucht-kaltem Wetter, körperlicher Anstrengung und beim Treppensteigen.
Gehen die Infekte häufig mit Schwitzen und Schnupfen einher, kann Kalium iodatum angezeigt sein.
Kinder, die ständig erkältet sind und denen es trotz der Erkältung besser geht, wenn sie sich bewegen, können von Sambucus nigra – dem schwarzen Holunder - profitieren.
Für Personen mit großer Erkältungsneigung, denen es in der Kälte schlechter und in der Wärme besser geht, kann Acidum silicicum (früher: Silicea, Kieselerde) hilfreich sein.

Infektabwehr
Wenn die Kinder nicht oft krank sind, sondern nur hin und wieder verkühlt, reicht diese kleine homöopathische Hausapotheke durchaus. Die Mütter meiner kleinen Patienten haben eine solche zu Hause und versuchen zuerst, allein zurecht zu kommen. Wenn sich nach einem Tag kein Erfolg abzeichnet, rufen sie an und ich versuche, am Telefon zu helfen – sofern nicht in den Hals, in die Ohren zu schauen ist oder die Lunge abgehört werden muss.

Wenn die Kinder von einem Infekt in den nächsten rutschen, wird das sogenannte chronische Mittel für das Kind gefunden – das Mittel für die Art der Infekte und für die Persönlichkeit des Kindes. Meist gelingt es bereits nach einer Wintersaison, die Infekte so abzuwehren. Und zwar „schnell, sanft und dauerhaft“.

Dr. Gloria Kozel
Dr. Gloria Kozel ist Allgemeinmedizinerin und Homöopathin in Graz. Von 2006 bis September 2012 war sie Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM). Seit 1999 bildet sie als Lehrbeauftrage der ÖGHM angehende HomöopathInnen aus.

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