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Klassische Homöopathie

Wenn Husten, Schnupfen & Halsweh quälen…

von Dr. Gloria Kozel

Globuli (© Fotolia.de/Tina Stumpp)


Im Krankheitsfall bietet die Homöopathie eine Anzahl von Arzneimitteln, die zu einer raschen Heilung verhelfen. Bei der Wahl des richtigen Arzneimittels muss man sich jedoch zuvor einige Fragen stellen, wie z.B. Welche Symptome spüre ich? Sind diese plötzlich aufgetreten? Wann verschlimmern sich meine Symptome und wann bessern sie sich? Die Wahl des richtigen Arzneimittels ist gar nicht so einfach. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt oder Ärztin mit Homöopathiediplom konsultiert werden.

Einige der wichtigsten Arzneimittel bei Erkältungsbeschwerden werden im Folgenden vorgestellt. Manche davon finden Sie auch in unserer Arzneimitteldatenbank bzw. in der Datenbank „Bewährte Indikationen“.

Aconitum napellus – blauer Eisenhut

Die Beschwerden setzen plötzlich ein: Entzündungen, Schmerzzustände, Erkältungskrankheiten, Fieber – manchmal als Folge von Kälte, Durchnässung, kaltem, trockenen Wind, Schrecksituationen, Angst, Panik. Fieber mit blassem Gesicht, ohne Schweiß.

Allium cepa – Küchenzwiebel

Bei Fließschnupfen mit scharfem Sekret aus der Nase, aber milden Tränen. Kopfschmerzen bei Schnupfen. Verschlechterung abends und im warmen Zimmer.

Apis mellifica – Bienengift

Heftige und plötzliche Zustände – Ohrenschmerzen, Halsschmerzen beginnend am Nachmittag. Fieber ohne Durst. Die Schmerzqualität ist heftig stechend und brennend, kalte Umschläge bessern.

Acidum arsenicosum (früher: Arsenicum album) – weißes Arsenik

Patienten sind fröstelig, unruhig und äußerst ängstlich, vor allem nachts. Große Erschöpfung und Schwäche bei geringster Anstrengung. Brennende Schmerzen im Magen mit Übelkeit und Erbrechen, Geruch und Anblick von Speisen sind unerträglich. Durchfall nach dem Essen und Trinken. Durstig, trinkt kleine Schlucke kalten Wassers. Nächtliches Asthma.

Atropa bella-donna (früher: Belladonna) – Tollkirsche

Plötzliche, heftige Krankheitsverläufe. Der Kranke schwitzt „dampfend“ oder steht kurz vor dem Schwitzen. Heißer, roter Kopf und eiskalte Hände und Füße. Das Fieber kann heftig und hoch sein. Fieberfantasien. Die betroffene Körperregion (Ohr, Hals, Haut usw.) ist dabei kräftig hellrot verfärbt. Pochende Kopfschmerzen. Die Beschwerden treten meist vor Mitternacht auf, werden oft als klopfend empfunden.

Bryonia alba – Zaunrübe

Jede Bewegung verschlimmert, wenn Kopf, Hals, Bronchien, Schleimhaut, Rücken und Gelenke betroffen sind. Stechende Schmerzen - fester Druck oder Liegen auf der erkrankten Stelle bessert. Viel Durst. Die Beschwerden entwickeln sich langsam, sind heftig, wobei der Betroffene ärgerlich, heftig und zornig sein kann und in Ruhe gelassen werden will.

Capsicum – Cayennepfeffer

Heftigste Ohrenschmerzen mit Druck- und Berührungsempfindlichkeit hinter den Ohren. Brennende und stechende Schmerzen in Hals, Blase und Darm. Husten mit berstenden Kopfschmerzen. Viel Durst.

Drosera rotundifolia – Sonnentau

Husten mit heftigen Attacken und Atemnot, besonders beim Niederlegen – der Patient hört nicht auf mit dem Husten, bis nicht eine Menge zähen Schleims hochgekommen ist. Husten mit Würgen oder Erbrechen, wie beim Keuchhusten. Nasenbluten beim Husten. Nächtlicher Kitzelhusten bei Kindern – Gefühl einer Feder im Rachen.

Echinacea angustifolia - Roter Sonnenhut

Bei den ersten Anzeichen von Schnupfen oder Erkältung, Heiserkeit, Husten. Infektionen aufgrund eines schwachen Immunsystems. Kinderkrankheiten. Bei Venenentzündungen und Hautkrankheiten wird der Heilungsverlauf unterstützt.

Ferrum phosphoricum – Eisenphospat, Eisenblau

Die betroffenen Körperstellen (Augen, Ohren, Hals) werden rot und schmerzhaft, die akuten Beschwerden verlaufen in Wellen. Häufiges Nasenbluten. Man merkt nicht, wie hoch das Fieber ist, fühlt sich anfangs nicht wirklich krank, Wenig Schweiß, wenn, dann im Gesicht.

Hepar sulfuris – Kalkschwefelleber

Wenn volle, dicke, zähe, gelbe bis grünliche und übelriechende Sekrete an Schleimhäuten, wie Nase - „Rotzglocke“, Rachen, Ohr, Bronchien, Scheide oder der Haut auftreten. Jede geringste Verletzung eitert. Alle Absonderungen (Nasenschleim, Auswurf, Schweiß etc.) riechen nach altem Käse. Viel Schweiß. Der Husten ist locker mit gelbem Auswurf, oft mit einer Heiserkeit einhergehend. Schmerzen im Hals sind Splitterschmerzen. Weiterer Hinweis ist eine starke Kälte- und Zugluftempfindlichkeit. Während der Beschwerden kann der Kranke gereizt, zornig sein.

Cephaelis ipecacuanha (früher: Ipecacuanha) - Brechwurzel

Husten mit grobem Rasseln. Andauernde Übelkeit, Würgen und Erbrechen, nicht nur beim Husten, Erbrechen bessert nicht. Verdauungsbeschwerden der Kinder nach einem Kinderfest durch Durcheinanderessen, auch nach zuviel und zu üppigem Essen. Auffallend reine Zunge.

Mercurius solubilis Hahnemanni – Quecksilber

Gelbe, übelriechende Auflagerungen oder Belägen an den Mandeln und an der Mund-Rachenschleimhaut mit übel riechendem Mundgeruch, metallischem Geschmack, geschwollenen Halsdrüsen, übermäßigem Speichelfluss in der Nacht, nächtlichen Knochenschmerzen. Bei Halsschmerzen, Aphten im Mund, schwammiger Zahnfleischentzündung mit unangenehmem Geruch aus dem Mund und süßlichem, metallischem Mundgeschmack. Verschlimmerung in der Nacht, dazu Nachtschweiß, reichlicher Speichelfluss.

Phytolacca americana – Kermesbeere

Sehr schmerzhafte Halsentzündungen, Farbe des Rachens ist dunkelrot/violett. Neigung des Patienten, die Zähne zusammenzubeißen und die Luft durch die Zähne einzuziehen. Starke Schmerzen beim Schlucken, ziehen bis in die Ohren. Mandeln und Halslymphknoten sind geschwollen.

Pulsatilla pratensis – Küchenschelle

Bei Atemwegsproblemen, einer abwechselnd laufenden oder verstopften Nase, wenn ein gelblich-grüner, milder Schleim auftritt.
Bei Krampfhusten, in Verbindung mit gelblich-grünem Schleim, dazu Hustenanfälle abends, im warmen Zimmer, welche durch Hinlegen ausgelöst werden. Bei Grippe in Verbindung mit Fieber und Schüttelfrost, dazu kaum Durst und Ohrenschmerzen.
Bei Augeninfektionen in Verbindung mit gelblich-grünem Sekret, dazu besteht eine Lichtempfindlichkeit.
Bei Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Erbrechen, der Betroffene verträgt nichts Fettes und hat keinen Durst. Starkes Verlangen nach frischer Luft, Trost und Zuspruch.

Quillaya saponaria – Seifenrindenbaum, Panamaholz

Beginn von akutem Schnupfen mit laufender oder verstopfter Nase
wunder, trockener, heißer  Hals, Kehlkopfentzündung. Niesen, beginnender, trockener, festsitzender Husten Schwäche, Frösteln, Gliederschmerzen, schlimmer durch Kälte und Bewegung. Besser durch Wärme und Ruhe. Hautschuppen.

Euspongia officinalis (früher Spongia) – Meeresschwamm

Beschwerden wie beim „Pseudokrupp“ – plötzlicher trockener, bellender, ziehender Husten mit Schmerzen im Hals beim Husten und wundem Gefühl in der Brust. Aufwachen, Atemnot, Heiserkeit und Angst zu Ersticken. Verschlechterung durch kalte Luft, besser durch warme Speisen und Getränke.

Je nach Empfehlung des Arztes werden niedrige Potenzen (D6/D12) im Akutfall stündlich, sonst 2- bis 3-mal täglich als Gabe von z.B. 5 Globuli bis zur Besserung verabreicht –  die Gabe von Hochpotenzen sollte dem homöopathischen Arzt bzw. Ärztin überlassen werden.


Dr. Gloria Kozel

Dr. Gloria Kozel ist Allgemeinmedizinerin und Homöopathin in Graz. Von 2006 bis September 2012 war sie Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM). Seit 1999 bildet sie als Lehrbeauftrage der ÖGHM angehende Homöopathen aus.


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