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CAMbrella-Gruppe fordert EU-Forschung für Komplementärmedizin


Ende November 2012 fand in Brüssel die Abschlusspressekonferenz des CAMbrella Projekts, einem EU-geförderten Forschungsnetzwerk für Komplementärmedizin (CAM*), statt. Die Forderung der beteiligten Wissenschaftler nach einer gemeinsamen europäischen Forschungsstrategie wurde in der „Roadmap for European CAM Research“ festgeschrieben. Kritisiert wurden die uneinheitlichen Rahmenbedingungen in den Ländern der EU. In Österreich besteht Nachholbedarf in Forschung und Lehre.


Nach seiner dreijährigen Arbeit präsentierten die Forscher der CAMbrella-Gruppe, deren Schirmherrin die GAMED (Wiener internationale Akademie für Ganzheitsmedizin) ist, heute die Ergebnisse ihrer Arbeit. Dabei stellten sie fest, dass fast die Hälfte der europäischen Bevölkerung komplementäre oder alternative Therapien einsetzt. Das stimmt mit dem von der Weltgesundheitsorganisation publiziertem „Global atlas of traditional, complementary and alternative medicine“ überein, in dem die WHO bereits 2005 feststellte, dass CAM in Europa weit verbreitet ist. Die Nachfrage nach komplementären und alternativen Therapien ist also ungebrochen.

Europäisches CAM-Zentrum

Im Rahmen des CAMbralla-Strategiepapiers schlägt die CAMbrella-Gruppe daher die Errichtung eines europäischen Zentrums für CAM vor und fordert die EU auf, europäische CAM-Forschungsprogramme und –initiativen zu implementieren. Dazu Professor Dr. Benno Brinkhaus, Leiter der Abteilung für Komplementärmedizin und der Ambulanz für Integrative Medizin am Institut für Sozialmedizin der Charité in Berlin: „Wenn die CAM ein Teil der Lösung der Probleme sein soll, die in den kommenden Jahren auf uns zukommen, müssen wir dringend zuverlässige Informationen über Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten in den realen Versorgungsbedingungen sammeln.“

Rahmenbedingungen in der EU uneinheitlich
In Europa verfügen mehr als 150.000 Ärzte und mehr als 180.000 nicht-ärztliche Therapeuten über eine Zusatzqualifikation in CAM. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Ausübung von CAM sind jedoch in allen 39 EU-Ländern unterschiedlich. So ist die Ausübung dieser Therapierichtungen in Österreich beispielsweise ÄrztInnen vorbehalten während es bei unseren deutschen Nachbarn auch den Beruf des Heilpraktikers gibt. Weiters fehlen in den meisten Ländern Erhebungen zu den Bedürfnissen der Menschen in Bezug auf das CAM-Angebot.

Nachholbedarf in Österreich

Österreich hat eine lange CAM-Tradition im niedergelassenen Bereich. Allerdings hinkt unser Land, verglichen mit Deutschland, der Schweiz, England und den skandinavischen Ländern, im universitären Bereich hinterher. „Österreich braucht dringend einen Lehrstuhl für CAM an einer Meduni, damit die Forschung in diesem wichtigen Feld endlich auch hier eine akademische Anbindung und Anerkennung bekommt“, resümiert Dr. Bettina Reiter von der GAMED.


*) Complementary and alternative Medicine, kurz CAM; Dazu zählen zum Beispiel Phytotherapie, Homöopathie, Manuelle Therapien (Massage, Osteopathie und Reflexologie), Akupunktur, anthroposophische Medizin oder klassische Naturheilverfahren.

Quelle: OTS0115 v. 29.11.2012, Aussender: GAMED

 

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