Newsletter
RSS FACEBOOK Twitter Weiterempfehlen

Klassische Homöopathie

Verspannungen, Verletzungen, Muskelkater - Folgen des Outdoorsports

von Dr. Ilse Fleck-Vaclavik

Wandern ohne Reue (© Gabriel Schouten de Jel)

Der Sommer naht, die sportlichen Aktivitäten verlagern sich wieder nach draußen. Wie schön! Mit der Zunahme an Outdooraktivitäten melden sich aber auch gesundheitliche Probleme, die sich durch zu viel Sonne, ungewohnte Bewegung und lästige Attacken aus der Tierwelt ergeben können. Die Homöopathie hat für jede Beschwerde das passende Mittel parat.

Nordic-Walking? Wandern oder Joggen? Schwimmen, grillen, zelten? Je nach Aktivitäten können gesundheitliche Probleme wie Verletzungen, Muskelkater, Sonnenstich, Sonnenbrand etc. auftreten - in all diesen Fällen lindern homöopathische Mittel die Beschwerden. Im Akutfall stehen einige Arzneien zur Wahl, die vom Sportler selbstausgesucht werden und nebenwirkungsarm eingenommen werden können.

Hier einige Beispiele:

Bluterguss (Hämatom)
Bei allen Verletzungen, bei denen es zu Blutaustritt aus den Gefäßen kommt, ist Arnica das geeignetste homöopathische Heilmittel. Bei Verletzungen durch spitze Gegenstände oder lokalisierte Schläge helfen kalte Anwendungen und Ledum (Sumpfporst). Bei posttraumatischen Blutungen sowie Spontanblutungen (auch am Auge) kann Crotalus (Klapperschlange) zum Einsatz kommen. Sind jedoch die tieferen Gewebe betroffen und bilden sich dort harte Blutergüsse, eignet sich am besten Bellis perennis (Gänseblümchen). Typisch ist hier auch Berührungsempfindlichkeit, brennende Schmerzen, Zerschlagenheitsgefühl. Bewegung und lokale Kälteanwendung bessert.

Blutungen
Die fachgerechte Versorgung einer größeren Blutung ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. Die homöopathischen Hauptmittel sind Arnica und Crotalus (siehe Bluterguss). Besteht generell eine erhöhte Blutungsneigung (z.B. häufiges Nasenbluten) könnte Phosphor hilfreich sein, bei schweren Zuständen mit Schwäche und Kälte des Körpers kann Carbo vegetabilis (Holzkohle) vorübergehend helfen.

Muskelverletzung
Muskelzerrungen oder Risse können wiederum sehr gut mit Arnica therapiert werden, aber auch mit Rhus toxicodendron (Giftsumach) - Folge von Überanstrengung, nasser Kälte, besser bei fortgesetzter Bewegung - oder Ruta graveolens (Weinraute) - bei Mitbeteiligung von Knorpel und Sehnen besser durch Wärme und Druck.

Muskelkrämpfe
Cuprum metallicum wirkt hier sehr gut, besonders bei Wadenkrämpfen, die nachts auftreten. Gepaart mit Zuckungen kann Zincum eine gute Wahl sein. Bei allgemeiner Krampfneigung ist Magnesium phosphoricum und nach Überanstrengung Arnica bzw. wieder Rhus toxicodendron anzuraten.

Wunden
Primär ist wieder Arnica das Mittel zur Wahl. Bei Stichwunden, Tierbissen, Insektenstichen auch Ledum (mehr darüber unter "Insektenstiche"), bei Schnittwunden Staphysagria (Rittersporn), bei stark schmerzenden Wunden mit Nervenbeteiligung Hypericum (Johanniskraut) und lokal auch Calendula-Salbe. Bei Blasenneigung an den Füßen ist Aristolochia-Salbe hilfreich.

Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
Für eine Entzündung der Sehnenscheiden sind meist mehrere Faktoren verantwortlich: eine angeborene Krankheitsneigung, eine Fehlbelastung bzw. Überlastung und eine verstärkte Entzündungsneigung durch Unterkühlung, Infekt oder Herdbelastung. Ruhigstellung, Schonung und eine Änderung des Belastungsmusters sind Teil der Therapie. Unterstützend zum Einsatz kommen je nach Beschwerden Bryonia (Zaunrübe), Rhus toxicodendron, Ruta und Symphytum (Beinwell).

Verstauchung (Zerrung)
Zerrungen entstehen meistens durch Umknicken oder Überdrehen und gehen mit einem Anschwellen der betroffenen Stelle (und ev. Bluterguss) einher. Die Behandlung erfolgt durch Kühlen, Ruhigstellen und Hochlagern des Gelenks. Mögliche Arzneien sind Arnica, Bellis perennis, Ruta und Hypericum.

Kreislaufstörungen, Kollaps
Bei Sportlern liegt das Problem meist in einer Kreislauffehlregulation während und vor allem nach körperlichen und psychischen Anstrengungen. Bei schweren Zuständen ist die übliche Infusionstherapie anzuwenden. Camphora regt Herz und Kreislauf an.

Zeckenbiss
Wichtig: Die Zecke sollte sofort entfernt werden. Beobachten, wie die Haut rund um die Bissstelle reagiert. Je nach Reaktion kommen folgende Arzneien zur Anwendung:
1. Entsteht eine wässrige, leicht gerötete Schwellung, die brennt oder sticht - Apis (Gift der Honigbiene)
2. Bleibt die Bissstelle einige Tage bläulich verfärbt, fühlt sich kalt an, juckt und neigt dazu, eitrig zu werden - Ledum (Sumpfporst).
3. Bildet sich an der Bissstelle eine berührungsempfindliche Blase, die juckt und brennt - Cantharis (Spanische Fliege, ein Käfer)
Bei allen Varianten Besserung durch kalte Umschläge, sogar bei Ledum. Wählen Sie die Potenz D 12 2x/Tag oder D 30 1x/Tag.
FSME und Borreliose sind ernstzunehmende Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden können. Die Zeckenbissstelle sollte daher beobachtet werden und bei auffälligen Veränderungen oder allgemeinen Beschwerden ein Arzt konsultiert werden.

Insektenstich:
Auch hier heißt es, unter Beobachtung Reaktionen abwarten:
1. Fühlt sich die Einstichstelle heiß an, ist sie blassrot, glasig geschwollen und sehr berührungsempfindlich - Apis mellifica
2. Ist die Einstichstelle kühl bis kalt, nur leicht geschwollen, schmerzt und juckt sie bzw. die Haut rot bis bläulich verfärbt - Ledum palustre
Bei heftigen Beschwerden anfangs 4- bis 5-mal täglich, sonst 3-mal täglich 5 Globuli (Potenz D6) bis zur Besserung, dann Abstände verlängern bis zum Abklingen der Beschwerden. Zusätzlich sind in jedem Fall kalte Umschläge zu empfehlen. Wichtig: Insektenstiche in Mund und Hals und bei Allergie müssen sofort ärztlich versorgt werden!

Sonnenstich:
Bei Sonnenstich (Hitzeschlag) kommen Belladonna (Tollkirsche) aber auch Aconitum napellus (Blauer Eisenhut) zum Einsatz. Belladonna ist bei akuten Schmerzen, in Kombination mit hohem Fieber, rot-heißem Gesicht, glänzenden Augen und geweiteten Pupillen das Mittel der Wahl. Aconitum napellus ist immer dann angezeigt, wenn Beschwerden plötzlich, stürmisch und heftig beginnen, das Gesicht blass ist.
Wichtig: Vor allem Kinder sollten niemals längere Zeit ohne Kopfbedeckung in die Sonne.

Sonnenbrand:
Bei hochroter berührungsempfindlicher Haut mit brennenden, pulsierenden Schmerzen - und fiebrigem, frösteligem Gefühl - wird Belladonna (Atropabella-donna) zur Behandlung eingesetzt. Bei sehr schmerzhaftem Sonnenbrand mit Blasenbildung kann Cantharis (Lytta vesicatoria, Spanische Fliege) helfen.


Dr. Ilse Fleck-Vaclavik

Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathin, Praxis für ganzheitliche Medizin in Perchtoldsdorf/Niederösterreich

www.kraftdesheilens.at

 

Fotocredit: © Gabriel Schouten de Jel

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Sie möchten unseren Newsletter regelmäßig erhalten?
Dann am besten gleich hier für unseren nächsten Newsletter anmelden (4x/Jahr)

 

Zurück zur Übersicht






Suche

Ärztinnen & Ärzte Hebammen Bewährte Indikationen Arzneimittel
Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer Sponsoren & Unterstützer