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Veterinärmedizin

Tierisch gute Reiseapotheke – so reisen Sie mit Vierbeinern

von Dipl. TA Mag. Stefan Lorenz

Katze im Koffer (© Initiative "Homöopathie hilft!")


Die Reise mit einem Haustier sollte man gut planen. Man sollte Dauer und  Art der Fahrt berücksichtigen im Hinblick auf die Gewohnheiten und Eigenheiten des Tieres. Manche Hunde lieben die Fahrt im Wagen, andere können sie kaum ertragen.

Oft werden „K.O.-Tropfen“ oder Beruhigungspillen für die Reise im Flugzeug nachgefragt. Diese sind allerdings mit starken Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem verbunden, so dass eine frühzeitige kardiologische Untersuchung mit der Möglichkeit eine Therapie früh genug beginnen zu können, wichtig ist.

Zunächst sollte man sich über Einreisemodalitäten der Länder erkundigen, in die man mit dem Tier einreisen möchte. Innerhalb der EU ist ein offizieller Heimtierausweis in Kombination mit einer gültigen Tollwutimpfung und der Kennzeichnung des Tieres mittels Mikrochipimplantates Vorraussetzung für die Einreise in einen anderen Mitgliedstaat. Für die Einreise in Drittländer gelten jeweils andere Bestimmungen, die im Einzelfall und aktuell in Erfahrung gebracht werden sollten. Am besten informiert man sich bei der jeweiligen Botschaft. Auch gibt es bereits eine Impfung gegen diese unheilbare Krankheit, die Grundimmunisierung muss jedoch rechtzeitig vor der Reise durchgeführt werden.

Manche EU-Mitgliedstaaten verlangen für die Einreise den Nachweis über Tollwut-Antikörpertiter. Dieser Gehalt des Blutes an Antikörpernn gegen den Tollwutvirus wird mittels Bluttest in einem Speziallabor durchgeführt.

Darüber hinaus sollte man sich frühzeitig über die im Urlaubsland herrschenden Tierkrankheiten und den möglichen Schutz davor erkundigen. Zum Beispiel ist die Leishmaniose unter Hunden in Mittelmeerländern verbreitet. Der Schutz besteht in einem besonderen Hundehalsband. Dieses sollte aber drei bis vier Wochen vor der Reise bereits angelegt werden. Ein Anlegen kurz vor der Reise bietet keinen Schutz.

Nach der Reise sollte das Tier einer tierärztlichen Untersuchung zugeführt werden und eventuelle Maßnahmen wie parasitologische  Kotuntersuchungen, Entwurmungen oder Laboruntersuchungen (z.B. auf Blutparasiten) besprochen werden.

Hilfreiches für die Reise:
Adresse und Telefonnummer von ihrem Tierarzt.
Digitales Fieberthermometer: bis 38,5 °C = Normaltemperatur bei Hunde,  bis 39,2 °C = Normaltemperatur bei Katzen.
Desinfektionsmittel: Betaisodonalösung, Betaisodona-Gel.
Verbandszeug: Zellstofftupfer, Polsterbinden, Klebeband, Schere, Splitterpinzette, Heilsalbe.
Plastikspritze zum Eingeben von Medikamente.
Flohkamm, Krallenschere, Zeckenzange.
Lupe, kleine Taschenlampe, um ins Ohr oder Maul zu schauen.
Kamillentee (10 min abgedeckt ziehen lassen) oder
Schwarztee (6 min ziehen lassen): bei Reizungen der Augen, Magenbeschwerden.
Ohrspüllösung, evtl. tierärztliche Ohrentropfen.
Augenspüllösung vom Optiker oder Tierarzt.
„Dia Dog“-Tabletten: bei Durchfall, auch Tannalbin- oder Aktivkohletabletten möglich.
Hametum-Salbe: zur Vorbeugung von rissigen Pfotenballen.

Individuelle Arzneien
Homöopathische  Arzneimittel, die dem Tier auch zuhause schon geholfen haben, sollte man auf Reisen mit sich führen. Man hat eine relativ sichere Wirkung und kennt die Eingabemodalitäten. Allopathische Dauermedikamente wie zum Beispiel Herztabletten sollte man in ausreichender Menge mitführen.

Anamyrtha cocculus D4  (3-5 x tgl. 5 Globuli)
Gegen Schwindel, Reisekrankheit: wenn Kurven das Problem sind, Seekrankheit. Etwa 1 Stunde vor Antritt der Reise eingeben. Gegebenfalls mit Strychnos nux-vomica D6 und Nicotiana tabacum D12 (max. 3 x tgl.) kombinieren.

Apis  mellifica C30 (bis zu 2 x tgl. solange Schwellung und Beschwerden stark)
Bei Wespen-, Bienen- oder Hornissenstichen.  Bei Schlangenbissen unbedingt zum Tierarzt, Beobachtung und Behandlung über mehrere Tage. Erste Maßnahme Lachesis C30 nach Wirkung eingeben.

Atropa bella-donna C30 (2-3 x tgl. 5 Globuli)
Fieber, akute lokale Entzündung mit Rötung und Hitze der betroffenen Stelle. Hitzschlag. Akute Infektionskrankheiten.

Lachesis mutus C30  (1-2 x tgl. 5 Globuli)
Bei infizierten Bissen, Wunden, Infektionen. Typisch ist eine blaurote Verfärbung der Hautpartie. Fieber mit allgemeiner Schwäche und Kreislaufbeschwerden,  Mandelentzündung.

Ledum palustre D4 (3 x tgl. 5 Globuli)
Bei Insektenstichen, infizierten Bissen, Stichwunden.

Lytta vesicatoria D6 (Cantharis D6, 3-5 x tgl 5 Globuli)

Bei Harnblasenentzündung. Bei stärkerem Sonnenbrand, evtl. mit Blasenbildung. Verbrennungen.

Nicotiana tabacum D12 (2-3 x tgl. 5 Globuli)
Bei Seekrankheit,  Reisekrankheit.  Erbrechen, Tiere haben typischerweise eine elendigliehe Übelkeit.

Oculoheel-Augentropfen
Bei Bindehautentzündung auch mit schwarzem  Tee (Aufguss, 5 min ziehen lassen) auswischen. Bei Augenverletzungen  (Lider, Hornhaut) zum Tierarzt.

Okoubaka aubrevillei D4 (3-5 x tgl. 5 Globuli)

Bei Durchfall. Unterstützend 24 Std. -Fresspause,  anschließend Diätfutter und Dia Dog-Tabletten oder Kohletabletten.

Strychnos ignatii C30 (bis zu 2 x tgl 5 Globuli)

Bei psychischem  Schwierigkeiten, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen, "Heimweh", Vermissen von Familienangehörigen und der gewohnten Umgebung.
Strychnos nux-vomica D6 (3 x tgl. 5 Globuli)
Bei Erbrechen, Reisekrankheit  mit Unruhe während der Fahrt. Probleme bei Futterumstellung, Überfressen, bei Aufnahme von Verdorbenen.  Verstopfung.

Traumeel-Tabletten und/oder Traumel-Salbe bei Verletzungen.

 

Dipl. TA Mag. Stefan Lorenz
Mag. vet. Med. Stefan Lorenz führt eine Praxis für ganzheitliche Tiermedizin in Mistelbach. Er unterstützt den Verein zur Förderung der Homöopathie und Gesundheit regelmäßig als Vortragender bei Laienveranstaltungen und Autor für die monatlich erscheinende Vereinszeitschrift „Bulletin“.


Fotocredit: © Initiative "Homöopathie hilft!"

 

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