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Aus der Apotheke

Homöopathie für den Alltagsstress

von Mag. pharm. Andrea Bogad

Alltagsstress - Gemälde von Vincent van Gogh


Viele Beschwerden hängen mit Stress und Überforderung zusammen z.B. Erschöpfungszustände, Schlaflosigkeit, Prüfungsängste, Nervosität oder Stimmungsschwankungen. Die Urlaubssaison und Ferienzeit sind zu Ende und die Arbeitswelt bzw. Schule haben wieder Einzug in den Alltag gehalten. Im Spannungsfeld zwischen Beruf, Schule, Familie und den persönlichen Bedürfnissen sind körperliche und seelische Reaktionen vorprogrammiert. Homoöpathische Arzneien können hier gute Dienste leisten und Beschwerden lindern.

Im Schulalltag werden immer größere Anforderungen an den einzelnen Schüler gestellt. Gute Noten bestimmen die Berufswahl und so verwundert es nicht, dass Kinder und Jugendliche vor Prüfungen Ängsten ausgesetzt sind. In solchen Situationen haben sich homöopathische Mittel bestens bewährt.
Wenn Ehrgeiz und hohe Ansprüche den Schüler in eine Überforderung treiben, reagiert so mancher mit Bauchschmerzen, Blähungen, Verlangen nach Süßem, das aber nicht vertragen wird. Durchfall begleitet die Tage vor der Prüfung, der so Geplagte wird von Versagensängsten und anderen Ängsten, wie zum Beispiel Höhenangst, heimgesucht. Argentum nitricum, der Höllenstein, bringt hier Erleichterung.

Wenn sich allerdings die Erwartungsspannung in Zittern, weichen Knien, einem Gefühl des geistigen Gelähmt seins und bei der Prüfung in einem „Black Out“ äußert, ist Gelsemium, der gelbe Jasmin, angezeigt. Auch Kopfschmerzen, die sich um die schweren Augen lokalisieren und sich durch Harnlassen bessern, können auftreten. Lähmungsartige Schwäche und Müdigkeit erschweren das Ablegen der Prüfung.

Schlaflos
Die Nächte vor den Prüfungen können auch von Schlaflosigkeit geprägt sein. Doch nicht nur im Schulalltag sondern auch wenn Anforderungen in Beruf und Familie über den Kopf zu wachsen scheinen, liegen Menschen oft nächtelang wach, ohne den ersehnten Schlaf zu finden.
Sorgen und Gedanken um Geschäftliches kreisen im Kopf und lassen den Geplagten nicht zur Ruhe kommen. Ambra, der Walrat, bringt hier rasch Erleichterung. Schüchternheit und Angst sich zu blamieren gesellen sich zu den Symptomen der Überforderung, nachts kommt es oft zu Taubheitsgefühlen und Krämpfen in den Gliedern. Auch wenn diese Situation durch Todesfälle in Familie oder Freundeskreis ausgelöst wird, führt Ambra zu einer Erleichterung der Beschwerden.

Nächtlicher Ideenreichtum
Ganz anders ergeht es einem Menschen der Coffea, die Kaffeebohne, braucht. Meist handelt es um kreative, aufgeweckte Personen, die in der Nacht einem stetigen Gedankenzustrom ausgesetzt sind. Als hätten sie literweise Kaffee getrunken, sind sie putzmunter sobald ihr Kopf das Kissen berührt und finden sich einem Strom von Ideen, Gedanken aller Art, Plänen und dergleichen ausgesetzt. Ein idealer Zustand  für kreativ Tätige – wären sie nicht müde und wäre es nicht Nacht…
Ideen und Pläne finden sich auch bei Menschen ein, die China, die Chinarinde, brauchen - allerdings nur in der Nacht. Tagsüber sind sie höchst erschöpft, kraftlos und ausgelaugt. China wird bei Erschöpfungszuständen verwendet, die häufig durch Säfteverlust ausgelöst wurden z.B. langandauerndes Erbrechen oder Durchfall, Blutverlust oder durch langes Stillen. Die Menschen sind gereizt, können unter Aufgebläht sein, bei dem Aufstoßen nicht bessert, und Bauchschmerzen, die durch harten Druck besser werden, leiden. Nur in der Nacht, da bauen sie Luftschlösser und schmieden Pläne – ohne sie allerdings umzusetzen – dazu fehlt die Kraft.

Phosphor-Energie
Ein weiteres Mittel, das bei Erschöpfung rasch Hilfe bringt, ist der gelbe Phosphor – ein leuchtender Schmetterling, charmant, anziehend, begeisterungsfähig, solange es ihm gut geht. So schnell seine Begeisterung entflammt ist, so schnell verbrennt allerdings auch die Energie des faszinierenden Zeitgenossen. Er neigt dazu, weit über seine Kräfte zu gehen. Dann zieht er sich zurück, ist kraftlos, mutlos, gleichgültig, von Ängsten geplagt und verzweifelt – bis durch ein kurzes Schläfchen, Essen oder auch durch empathische Worte wieder genug Energie zugeführt wird um das Streichholz wieder zum Leuchten zu bringen. Als wären seine Grenzen viel zu durchlässig nimmt der Phosphor-Mensch viel zu viele Eindrücke aus der Umwelt auf, die er dann oft im Dunkel der Nacht verarbeiten muss – schlaflose Nächte sind die Folge, in denen er durch Essen und Trinken seinen Energiehaushalt wieder auszugleichen versucht. Achtet er nicht auf ausreichend Erholung, können sich diese Phasen der Erschöpfung ausdehnen – dann hilft Phosphor, diesen Zustand wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Ausgelaugt
Mit Gleichgültigkeit und Rückzug reagieren Menschen auf übermäßige Belastungen, die Sepia, die Tinte des Tintenfischs, benötigen. Meist sehr verantwortungsvoll und an sich selbst höchste Ansprüche stellend, geraten sie manchmal in einen Zustand des Ausgelaugt seins und Stillstands auf allen Ebenen – ausgelöst z.B. durch die Doppelbelastung in Familie und Beruf. Wie gefangen in einer dunklen Wolke entwickeln sie Gleichgültigkeit, sogar Abneigung gegen das ihnen sonst Liebste. Besserung finden diese Menschen durch kräftige Bewegung an der frischen Luft wie z.B. Laufen, Reiten oder Tanzen – wenn das zum Stillstand gekommene Blut wieder in Schwung gebracht wird. Venöse Stauung und das Gefühl, alles dränge nach unten, begleiten die Beschwerden. Oft treten diese Phasen in Zeiten hormoneller Umstellung auf.

Zu viel Gefühl
Ein stimmungsmäßiges Auf und Ab prägt das Bild, das uns Menschen zeigen, die Ignatia, die Ignazbohne, brauchen. Es handelt sich um sehr empfindsame Menschen, die auf seelischen Kummer, Kränkungen – z.B. am Arbeitsplatz - oder auch Liebeskummer mit krampfartigen Beschwerden reagieren, weil sie versuchen diese starken Gefühlsregungen zu unterdrücken. Der Kummer sitzt wie ein Kloß im Hals, mit Räuspern und Seufzen wird versucht, diese krampfartige Zusammenschnürung, die auch an anderen Körperstellen auftreten kann, wegzubekommen. Nervös und überreizt reagieren sie auf kleinste Schwingungen in der Umgebung. Widersprüchliche und paradoxe Reaktionen, wie Lachen zu unpassenden Zeiten, sind an der Tagesordnung und auch die körperlichen Beschwerden zeigen sich wechselhaft wie die Stimmungen.
Auch Komplexmittel könne bei den genannten Beschwerdebildern gute Dienste leisten und sollten immer nach den vorhandenen Inhaltsstoffen und anhand der Symptome des Hilfesuchenden ausgewählt werden – z.B. Nervoheel® decken viele Zeichen der Überforderung ab und bringen rasch Besserung.
Wie immer bei der homöopathischen Selbstbehandlung ist bei andauernden Beschwerden oder bei einer Verschlimmerung derselben, ein Arzt oder Apotheker zu Rate zu ziehen. In der Apotheke ist man gerne behilflich das richtige Mittel für Sie zu finden.

Mag. pharm. Andrea Bogad
Mag. Andrea Bogad ist Apothekerin in der Heiland-Apotheke in Wiener Neustadt. Sie leitet auch den homöopathisch pharmazeutischen Arbeitskreis Wiener Neustadt. Seit 1999 ist sie Lehrbeauftragte der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM).

 

Fotohinweis: Gemälde von Vincent van Gogh

 

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