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Arzneimittelbild: Plantago Major – der große Wegerich, Breitwegerich

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Die Blätter des Breitwegerichs erinnern in ihrer Form an die menschliche Fußsohle und so leitet sich der Namen Plantago vom Lateinischen „planta“ = Fußsohle ab. Das ebenfalls lateinische Wort „major“ bedeutet „größer“. Wegerich weist auf sein Vorkommen entlang von Wegen hin.

Der Breitwegerich gehört zur Familie der Plantaginaceae (Wegerichgewächse) und ist eine widerstandsfähige, um nicht zu sagen „trittfeste“ krautige Pflanze. Dank seiner bis zu 80 cm langen Wurzeln kann er auf häufig begangenen Wiesenwegen, verdichteten Böden und selbst in Pflasterritzen wachsen. Wegerichpflanzen stammen ursprünglich aus Europa und sind heute weltweit verbreitet. Bodenständige löffelförmige, bis zu handtellergroße und flaumig behaarte Laubblätter bilden eine grundständige Blattrosette. Aus ihr wachsen die Blütenschäfte bis zu 25 cm hoch empor. Sie tragen walzenähnliche, geruchlose und grüngelbe Blütenähren, die bis zu 3 Millionen Pollen pro Ähre produzieren. Diese Pollen werden durch den Wind verbreitet und können Auslöser von Heuschnupfen sein. Blütezeit ist in unseren Breiten von Juni bis Oktober. Die Fruchtstände tragen ab Juli zahlreiche Samen, die als Futterkörner von vielen Vogelarten geschätzt werden.

Inhaltstoffe des Breitwegerich

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Iridoide Aucubin und Catalpol, die zur Abwehr von Fressfeinden dienen und eine antimikrobielle Wirkung haben. Weiters sind Schleimstoffe, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Phenolsäuren enthalten. Sie sind für die entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Wirkung verantwortlich. Eine antivirale und immunmodulatorische Wirkung legen neuere Studien nahe.

Verwendung der Pflanze

Die gesamte Pflanze kann verzehrt werden. Die Wurzeln werden am besten zu schmackhaftem Wurzelgemüse gekocht. Junge, zarte Blätter als Salat, ältere Blätter in Suppen und Eintöpfen versorgen uns mit Calcium, Mineralien und Vitamin A. Die proteinreichen getrockneten Samen sind eine gesunde Zutat für Müsli und Frischkornbrei. Breitwegerich und der nahe Verwandte Spitzwegerich mit lanzenförmigen Blättern sind verbreitete Volksheilmittel. So soll ein Blatt des Breitwegerichs, als Sohle in die Schuhe gelegt, müde Füße bei Wanderungen erfrischen und schmerzhafte Blasen vermeiden. Bei Wunden, Entzündungen der Haut und Insektenstichen legt man zerquetsche Spitzwegerich- oder Breitwegerichblätter auf die betroffene Stelle. Innerlich werden Zubereitungen der Pflanzen bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, bei Husten, Bronchitis und Asthma eingenommen.

Plantago in der Homöopathie

Die ganze Pflanze wird gemäß dem Homöopathischen Arzneibuch zur Urtinktur verarbeitet und zum Arzneimittel Plantago potenziert. Die Arznei hat einen Bezug zu neuralgischen Schmerzen im Kopfbereich und zur Blase. Sie gilt als Linksmittel, die Beschwerden treten gehäuft auf der linken Körperseite auf.

Schmerzen im Kopfbereich

Die Arznei hat sich schon vielfach bei Nervenschmerzen im Kopfbereich bewährt, vor allem, wenn sie linksseitig auftreten. Das können z.B. quälende Zahnschmerzen infolge kariöser Zähne oder einer Zahnwurzelentzündung sein. Die Zähne sind empfindlich gegen Berührung und kalter Luft. Die Zahnschmerzen strahlen entweder zum Gesicht oder schießen bis zu den Ohren. Schlechter werden die Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite, durch warme oder kalte Getränke. Besser werden die Schmerzen beim Draufbeißen auf den Zahn, also beim Essen. Zusätzlich können Zahnfleischbluten und vermehrter Speichelfluss auftreten. Auch die Kopfschmerzen und Nervenentzündungen des Gesichts treten bei Plantago eher linksseitig und meist im Zusammenhang mit einem Zahnherd auf. Die Schmerzen ziehen bis in die Augen, die Augen tränen verstärkt und Betroffene sind sehr lichtempfindlich.

Blasenbeschwerden

Vermehrte Bildung von Harn und reichlicher Abgang von blassem Harn treiben Betroffene zum häufigen Wasserlassen. Eine mögliche Indikation für Plantago wäre daher Reizblase mit reichlichem Urinieren. Auch in der Nacht stört der Harndrang den Schlaf, durch eine Schwäche der Blasenschließmuskulatur kann noch nächtliches Bettnässen dazu kommen. Laut Arzneibild sind Betroffene sehr durstig und trinken auch viel, was an einen Bezug zu Diabetes denken lässt.

Modalitäten
Verschlechterung durch Zimmerwärme, Hitze, Kälte oder kalter Luft; Berührung, Bewegung; nachts
Besserung durch Essen; Schlaf

Plantago major in der Hausapotheke

Zahnschmerzen

Heftige Zahnschmerzen, Gesichtsneuralgien durch einen Zahnherd, Zahnfleischentzündungen, Zahnwurzelentzündungen; die Ursache wird oft erst durch den Zahnarzt festgestellt; sehr empfindlich gegen Berührungen, bei kalter Luft; Schmerzen strahlen bis zu den Ohren aus
Verschlechterung durch warme oder kalte Getränke; beim Liegen auf der betroffenen Seite Besserung beim Draufbeissen, Essen

Bettnässen

Vermehrte Harnbildung tagsüber und nachts mit häufigem Harndrang; beim Urinieren geht reichlich blasser Harn ab; durch eine Schwäche der Blasenschließmuskulatur auch Bettnässen; Betroffene sind sehr durstig und trinken auch viel

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