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Arzneimittelbild: Läusekraut (Schoenocaulon officinale – Sabadilla officinalis)

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Sabadilla officinalis ist eine krautige, ausdauernde, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Liliengewächse, die in Mittelamerika beheimatet ist. Mit ihren langen, dünnen, aufrechten Laubblättern und dem traubenartigen Blütenstand mit zahlreichen Blüten erreicht sie eine Wuchshöhe von ca. 1 m. Die sich aus den Blüten entwickelnden Fruchtkapseln enthalten die zahlreichen braunschwarzen, schmalen kantigen Samen.

Toxikologie von Läusekraut

Die gesamte Pflanze enthält neben Gerbstoffen, Ölen und Harz auch giftige Steroidalkaloide wie Cevadin und einen besonders hohen Anteil an Veratrin sowohl in den Samen als auch im unterirdischen zwiebelförmigen Wurzelstock. Veratrin reizt die Schleimhäute und kann dabei heftigen Niesreiz verursachen, bei Verschlucken führt es zu Erbrechen, kollapsartigen Zuständen, lähmt Nervenendigungen sowie die quergestreifte Muskulatur und kann bis zur Bewusstlosigkeit und Tod führen.

Traditionelle Anwendung in der Volksmedizin

In der Volksmedizin wurden die pulverisierten Samen als Wurmkur und zur Vernichtung von Kopfläusen verwendet (daher der Name Läusekraut), zum Teil auch bei Rheumatismus und Gicht. Bei sehr vorsichtiger Dosierung zeigt sich dabei auch eine vorübergehende blutdrucksenkende Wirkung. Auch als Insektenabwehr bei Pflanzen (vornehmlich gegen verschiedene Arten von Wanzen) kommt es zum Einsatz, wobei beachtet werden muss, dass es für Honigbienen hochgiftig ist.

Sabadilla officinalis in der Homöopathie

Verwendet wird eine Tinktur der Samen.

Leitsymptome

Schnupfen mit heftigem Niesen und Frösteln. Sabadilla wirkt auf die Schleimhäute von Nase, Augen und des Verdauungstraktes. Schnupfen mit reichlicher, wässriger Absonderung und heftigen krampfartigen Niesattacken stehen im Vordergrund, begleitet von Jucken und Kitzeln der Nase. Auch der Gaumen juckt (vergleiche: Wyethia). Es besteht große Geruchsempfindlichkeit, wobei vor allem der Geruch von Blumen verschlechtert. Dabei fröstelt der Patient sehr und leidet unter geröteten und brennenden Augenlidern mit Tränenfluss.

Halsentzündungen beginnen links (vergleiche: Lachesis) und wandern nach rechts mit viel zähem Schleim. Leerschlucken verschlechtert den Schmerz, Besserung erfolgt durch warme und heiße Speisen und Getränke. Asthmatische, keuchende Atmung und trockener Husten kann bestehen.

Krampfartige Schmerzen des Magens mit trockenem Husten und Kurzatmigkeit können auftreten. Jucken und Kribbeln treten mitunter in Anus und Rektum auf – „wie von Würmern“; kann aber auch von Würmern verursacht sein. Verstopfung mit harten, bröckeligen Stühlen ist typisch; bei Kindern kann es auch zu Durchfall kommen.

Durstlosigkeit, Heißhunger auf Süßigkeiten und Abneigung von kräftigen Speisen sind ebenfalls kennzeichnend.

Die Haut ist trocken und rissig wie Pergament, mit Kribbeln, Jucken und brennendem Gefühl. Die Patienten sind nervös und erschrecken leicht. Sie stellen sich vor, schwer krank zu sein. Das Denken verursacht Kopfschmerzen sowie Schlaflosigkeit. Schwindel mit dem Gefühl, dass sich die Gegenstände umeinander drehen, kann auftreten, begleitet von Ohnmachtsgefühl und Schwarzwerden vor den Augen.

Modalitäten

Die Beschwerden werden durch heiße Speisen und Getränke gebessert, auch der Aufenthalt im warmen Zimmer sowie Einhüllen bringen Linderung.

Verschlechtert werden die Symptome durch Kälte in jeder Form (kalte Getränke, kalte Luft). Auch Vollmond und Gerüche können die Zustände verschlimmern, die oftmals periodisch auftreten.

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