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Homöopathie für Frauen

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Dr. Rosemarie Brunnthaler-Tscherteu, Präsidentin der ÖGHM, gibt Einblicke in ihre Erfahrungen rund um Homöopathie für Frauen. Lesen Sie hier, welche homöopathischen Arzneimittel bei Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit, Kinderwunsch, aber auch in den Wechseljahren helfen können.

Aufgrund meiner zehnjährigen Tätigkeit in der 1. Homöopathie-Ambulanz in Oberösterreich am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder von 2004 bis 2014 und meiner Erfahrungen in über 30 Jahren in meiner Praxis hat sich ein Schwerpunkt in der Behandlung von Frauen rund um Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit sowie bei Kinderwunsch, in den Wechseljahren und anderen gynäkologischen Beschwerden herauskristallisiert.

Bei allen Beschwerden wird die beste Wirkung erzielt, wenn die Gesamtheit der Symptome – sowohl körperlich als auch seelisch – erfasst und in die individuelle Mittelwahl einbezogen werden. Dies ist besonders dann sehr wichtig, wenn es sich um schwerwiegende Probleme, wie z.B. wiederholte Fehlgeburten, schwere Zyklusprobleme, heftige Schwangerschaftsbeschwerden und dergleichen handelt. Hier empfiehlt sich unbedingt, eine gut ausgebildete homöopathische Ärztin/Arzt aufzusuchen, die/der in einer ausführlichen Anamnese die gesamte Krankheitsgeschichte aufnimmt und daraufhin die individuelle Arznei verordnet.

Homöopathie während der Schwangerschaft

Gerade in der Schwangerschaft, wo viele Medikamente plazentagängig sind (d.h., das Kind wird zwangsläufig mit behandelt), sind homöopathische Arzneien eine wirkungsvolle und bei richtiger Anwendung nebenwirkungsarme Therapie. In der ersten Phase der Schwangerschaft kämpfen viele Frauen mit Übelkeit.

Häufig verordnete Arzneien sind hier:

Sepia (Tintenfisch) passt besonders für überanstrengte und frostige Frauen mit starker Geruchsempfindlichkeit, die immer eine Kleinigkeit essen müssen, damit die Übelkeit vergeht. Häufige andere Beschwerden sind wiederkehrende Harnwegsinfekte, Scheidenpilz, Ödeme sowie Verstopfung und Hämorrhoiden.

Bei Nux vomica (Brechnuss), die vom Typus ähnlich wie Sepia sind, ist die Übelkeit besonders morgens sehr schlimm und verschlechtert sich durch Essen. Nux vomica ist auch eine gute Arznei gegen Sodbrennen, Magenschmerzen und Verstopfung in der Schwangerschaft.

Pulsatilla (Kuhschelle) benötigen Frauen, die sehr viel Unterstützung und Nähe brauchen, die durstlos sind und deren Übelkeit sich in warmen Räumen verschlechtert.

Auch Phosphor braucht viel Zuwendung, hat aber viel Durst, eventuell auch brennende Magenschmerzen, sowie Schlafprobleme.

Bei Symphoricarpus besteht schwerste Übelkeit mit Erbrechen und starke Geruchsempfindlichkeit, wobei sich alles bei Liegen auf dem Rücken bessert.

Auch andere Beschwerden in der Schwangerschaft, wie Rückenschmerzen, Darmträgheit, Blasenbeschwerden, Scheidenpilz, Venenprobleme, Hämorrhoiden, Ödeme und vorzeitige Wehen können homöopathisch gut beeinflusst werden.

Bei der Symptomentrias: Verstopfung, Hämorrhoiden und Varizen eignet sich Collinsonia D4 dreimal täglich.

Auch bei akuten Infekten (wie Husten, Halsschmerzen…) in der Schwangerschaft ist Homöopathie eine nebenwirkungsfreie Behandlungsmöglichkeit. Bei Frauen, die nach traumatischen Entbindungen oder wiederkehrenden Fehlgeburten sehr viele Ängste haben, kann die individuelle homöopathische Arznei diese Ängste reduzieren, ebenso wie depressive Verstimmungen oder Schlaflosigkeit verbessert werden können.

Geburt mit homöopathischer Unterstützung

Auch zur Geburtsvorbereitung eignen sich individuell gewählte homöopathische Arzneien, wie auch ein natürlicher und schmerzarmer Geburtsverlauf dadurch ermöglicht wird, sowie der Einsatz von Schmerzmitteln vermieden werden kann.

Wenn Frauen vor der ersten Entbindung sehr viel Lampenfieber und Erwartungsängste haben, ist Gelsemium (gelber Jasmin) eine sehr brauchbare Arznei, um diese zu reduzieren. Ich habe öfter erlebt, wie durch Gelsemium bei Frauen, deren Geburtseinleitung durch Ängste blockiert war, die Wehen normal einsetzten. Natürlich können auch Geburtswehen homöopathisch gelindert sowie die Öffnung des Muttermundes erleichtert werden. Ideal ist es, wenn homöopathisch ausgebildete Hebammen die Gebärenden unterstützen können.

Cimicifuga racemosa (amerikanisches Wanzenkraut) bewährt sich bei Wehenschwäche mit viel Angst, nervösem Schaudern und verkrampftem Muttermund.

Auch Caulophyllum (Frauenwurzel) ist eine häufige Arznei, wenn der Muttermund sich nur zögernd öffnet und Wehenschwäche mit herumziehenden, ineffektiven Wehen vorhanden ist.

Die Wundheilung der Gebärmutter und des Dammes nach Dammschnitt oder -riss können Frauen durch das „Arnica der Gebärmutter“ Bellis perennis (Gänseblümchen) gut unterstützen.

Homöopathie für Frauen: Ausbildung für Hebammen

Gut zu wissen: Aus diesem Grund bietet die ÖGHM auch eine Ausbildung für Hebammen an – an vier Präsenzwochenenden und mit sieben zeitlich flexiblen e-learning-Einheiten erlernen Sie den fachkundigen Einsatz der Arzneien in der Schwangerschaft, während der Geburt, im Wochenbett, in der Stillzeit und bei Säuglingen (Informationen unter: https://praxis.homoeopathie.at/ausbildung-hebammen)

Wochenbett und Stillzeit mit Begleitung der Homöopathie

Wie in der Schwangerschaft, so sind auch in der Stillzeit herkömmliche Medikamente von den Müttern nicht erwünscht und auch oft nicht indiziert. Durch homöopathische Arzneien können individuell Stillprobleme oder psychische Beschwerden, wie z.B. der häufige Babyblues, aber auch schwerere depressive Verstimmungen oder Schlafprobleme nach der Geburt gelindert werden. Den Milcheinschuss fördert z.B. sehr gut Urtica urens C30 (Brennnessel) und bei schmerzhaften Milchknoten und dadurch vermindertem Milchfluss eignet sich oft Phytolacca (Kermesbeere) in D12. Phytolacca D4 kann am Ende der Stillzeit auch das Abstillen unterstützen.

Homöopathie und Kinderwunsch

Auch bei Frauen, die aus bestimmten (z.B. zyklusbedingten oder hormonellen) oder ungeklärten Gründen nicht schwanger werden oder kein Kind austragen können, bewährt sich eine homöopathische Behandlung, die auch z.B. die Beschwerden durch eine Hormonbehandlung bei künstlicher Befruchtung lindern kann. Sehr häufig kann bei Frauen, die wegen Kinderwunsch meine Praxis oder früher die Ambulanz aufsuchten, durch die individuell gewählte homöopathische Arznei der Wunsch nach einem oder auch mehr Kindern erfüllt werden.

Wechseljahre – gut gemeistert mit Homöopathie für Frauen

Körperliche und seelische Folgeerscheinungen des Klimakteriums können durch homöopathische Arzneien gut beeinflusst werden, wodurch sich häufig die Hormonersatztherapie, die nicht immer gut vertragen wird, erübrigt.

Sepia (Tintenfisch) ist geeignet für Frauen, die nach den Hitzewallungen stark frösteln, Venenprobleme haben und sich nach körperlicher Anstrengung besser fühlen, aber auch aufgrund von Überlastung sich zurückziehen wollen.

Enge am Hals wird nicht vertragen, ebenso wie bei Lachesis (Buschmeister), das aber eher hitzige und temperamentvolle Frauen brauchen.

Bei Sulfur (Schwefel) werden die Hitzewallungen durch die Bettwärme verschlimmert, mit brennend heißen Füßen, die herausgestreckt werden müssen.

Acidum sulfuricum (Schwefelsäure) passt für schwache Frauen. Hier folgen nach den Wallungen kalte, klebrige Schweiße sowie ein inneres Zittern.

Belladonna (Tollkirsche) passt gut für plötzliche Hitzewallungen, heiße Haut, roten Kopf und warme Schweiße vor allem an bedeckten Hautstellen und auch, wenn diese Beschwerden nach starker Erhitzung in der Sonne auftreten.

Dr. Rosemarie Brunnthaler-Tscherteu
Ärztin für Allgemeinmedizin und homöopathische Medizin in Linz
Praxis Dr. Brunnthaler-Tscherteu Industriezeile 4 /2, 4020 Linz
Tel.: 0732/77 70 15
E-Mail: praxis.brunnthaler@aon.at
Web: https://praxis-brunnthalertscherteu.stadtausstellung.at

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