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Homöopathie und Pferde: So kann Calendula bei Wunden helfen

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Die Wundheilung beim Pferd, besonders an den Beinen, bereitet leider oftmals Probleme. Mit der Heilpflanze Calendula, auch als Ringelblume bekannt, kann die Heilung aber hervorragend verbessert werden. Doch die orange Blüte kann noch viel mehr für unsere Pferde tun – und gehört eigentlich in jede Stallapotheke.

Wundheilung bei Pferden verläuft (leider) manchmal anders als bei den Kleintieren wie Hund und Katze. Viele Pferde haben Probleme bei der Heilung, sei es die Bildung von Phlegmonen bei kleinen Wunden, ein verlangsamtes Zusammenziehen der Wundränder oder auch die Bildung von sogenanntem „wilden Fleisch“ bei klaffenden Wunden. Diese Heilung verläuft je nach Körperregion mal besser oder auch schlechter. Wunden am Kopf, in der Halsregion, am Torso oder auch im oberen Bereich der Beine machen meist wenig bis keine Probleme. An den unteren Extremitäten allerdings kann selbst die kleinste Wunde zu größeren Problemen führen. Warum? Erstens weil die Haut an den Beinen natürlich unter großer Spannung steht. Zweitens gibt es kaum Unterhaut (Subcutis) und drittens liegen diese Wunden oft in Bereichen, die permanent bewegt und/oder belastet werden.

Calendula: Die Wunderblume für Wunden

Selbstverständlich müssen vor allem tiefere und größere Wunden immer von einem Tierarzt behandelt werden. Die klassische Behandlungsweise besteht im Idealfall aus einem primären chirurgischen Wundverschluss, viele Wunde heilen auch gut unter feuchten Verbänden. Um Infektionen vorzubeugen muss der Veterinär auch immer die Entscheidung über eine begleitende Antibiotika-Therapie treffen. Doch es gibt weitere Möglichkeiten, die Wundheilung positiv zu beeinflussen. Calendula officinalis, also der Wirkstoff aus der Ringelblume, kann die Wundheilung positiv beeinflussen. Es gibt bereits einige sehr interessante, internationale Studien zu Calendula, die allesamt eine beschleunigte Wundheilung beschrieben haben. Die arzneilich wirksamen Stoffe Faradiolpalmitat und Faradiollaurat der Calendula, sie befinden sich übrigens vor allem in den Blütenblättern, werden bereits seit den 1990er Jahren wissenschaftlich untersucht. Dabei wurde die entzündungshemmende, antiödematöse und granulationsfördernde Eigenschaft wiederholt bestätigt. Bereits 2009 untersuchte das Forscherteam Preethie und Kuttan die Wirkung von Calendulaextrakt bei Schnittwunden. Im Ratten-Versuch zeigte sich, dass bei Wunden, die mit Calendulaextrakt behandelt nach fünf Tagen zum Wundschluss kam. Bei der Kontrollgruppe ohne Calendula erst am Tag Neun. Nach 14 Tagen war die Wunde bei den behandelten Tieren verschlossen, bei der Kontrollgruppe nach 17,7 Tage. Ein Ergebnis, dass die potente Wundheilungsaktivität von Calendula zeigt.

So konnte die Ringelblume helfen – ein Fallbericht

Auch wir konnten schon große Erfolge bei verletzten Pferden mit Calendula erzielen. Hier ist ein Galopper besonders in Erinnerung geblieben. Er verletzte sich in der Startmaschine am hinteren Bein. Die Wunde wurde sechs Monate klassisch mit Verbänden behandelt – doch die Wunde verheilt nicht, im Gegenteil sie wurde immer schlimmer (siehe Bild links). Schließlich wurden wir – in diesem Fall Erich Scherr – Pferdetierarzt mit Zusatzausbildung für Homöopathie zugezogen. Initial wurde Nux vomica C 1000 gegeben, danach Calendula D200. Bereits nach einer Woche war eine sichtbare Verbesserung zu sehen (Bild mitte). Danach wurde zwei Wochen Calendula D 30 zweimal pro Woche für weitere vier Wochen verschrieben. Nach fünf Wochen war eine deutliche Heilung zu sehen (Bild rechts). Das Pferd wurde übrigens verbandsfrei therapiert.

Ein weiterer Vorteil von Calendula: Es wurde beobachtet, dass bei offenen Wunden die Behandlung mit Calendula zu einer Einsparung von Antibiotikaverbrauch führt und sich die Zeitspanne der Verbandstherapie verkürzt. Eine kürzere Zeitdauer von Verbandstherapie hat den Vorteil, Verbandsdruck als sekundäre Komplikation vorzubeugen und spart Kosten für den Besitzer.

Die Ringelblume in der Stallapotheke

So ist Calendula grundsätzlich das Mittel der Wahl bei oberflächlichen Wunden, Quetschungen, Rissen, Bissen, schon infizierte Stiche und auch bei älteren bereits infizierten Wunden. Die antiseptische und antientzündliche Wirkung unterstützt die Wundheilung sehr gut. Die Ringelblume sollte daher in keiner Stallapotheke fehlen und kann in unterschiedlichen Darreichungsformen angewendet werden.

Essenz oder Tinktur

Das ist ein alkoholischer Auszug aus den Ringelblumenblüten und in der Apotheke oder im Drogeriemarkt (z. B. von Weleda) in sehr guter Qualität erhältlich. Grundsätzlich wird die Calendula-Tinktur immer verdünnt mit Wasser verwendet. Am besten man mischt 1:25 – also einen Teil Calendula mit 25 Teilen Wasser. Diese Mischung wird mit Umschlägen äußerlich auf die Wunde aufgetragen, mit einer getränkten Mullbinde die Wunde abgetupft oder auch beträufelt. Auch Angussverbände mit dieser Mischungen haben sich bei Wunden sehr gut bewährt.

Kleine oberflächliche Verletzungen an den Beinen zeigen sich oftmals mit einer Schwellung. Unbehandelt kann hier leicht eine Phlegmone entstehen, also eine eitrige Entzündung der Unterhaut, die im schlimmsten Fall auch zur Sepsis werden kann. Auch hier kann Calendula helfen. Die erste und beste Maßnahme bei einem geschwollenen Bein ist ein Angussverband mit einer Calendula-Wasser-Mischung. Wenn aber trotz des Angussverbands eine Lahmheit, Fieber oder Schmerzen dazu kommen, dann ist selbstverständlich umgehend ein Fachtierarzt zu konsultieren.

Getrocknete Blüten

Eine Handvoll der getrockneten Blüten können als Futterzusatz gegeben werden. Eine Zufütterung mit Ringelblumen hat sich bei chronischen Erkrankungen der Schleimhäute oder auch bei Husten durchaus bewährt.

Aus den Blüten kann man auch sehr einfach eine Sud oder eben eine „starken Tee“ machen, der äußerlich angewendet ebenfalls die Wundheilung gut unterstützt und als „Fußbad“ schon so manche Mauke verbessern oder kurieren konnte.

Die Salbe

Auch die altbekannte Ringelblumen-Salbe kann bei Wunden aller Art sehr gute Dienste leisten. Sowohl in der Humanmedizin, als auch in der Veterinärmedizin werden sogar OP-Wunden mit der Ringelblumen-Salbe versorgt. Grundsätzlich gibt es sehr viele unterschiedliche Salben im Handel, es sollte immer auf eine gute (Apotheker-)Qualität geachtet werden. Die Salbe kann ebenfalls die Heilung von oberflächliche Wunden fördern und macht zudem die vernarbende Haut „weicher und elastischer“, so kann die Wunde nicht nur besser heilen, sondern die Narbe heilt auch schöner.

Globuli

Grundsätzlich sollten Globuli natürlich immer in Absprache mit dem homöopathisch arbeitenden Fachtierarzt erfolgen. Doch bei Hautverletzungen hat Calendula immer einen großen Wundheileffekt, stärkt die lokale Abwehrkraft der Haut und die allgemeine Abwehrkraft des Pferdes sehr. Patientenbesitzer können bei Hautverletzungen zweimal täglich fünf Calendula Globuli D8 geben. So wird die Wundheilung optimal von innen gefördert und das Pferd bestens unterstützt.

Autoren: Dr. med. vet. Petra Weiermayer, Dr. med. vet. Barbara Wieser, Dr. med. vet. Erich Scherr

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