€ 0,00

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Pro und Contra: Die Studienlage zur Wirksamkeit der Homöopathie

Themen:

Später lesen:

Lesezeichen setzen
Lesezeichen entfernen

Teilen:

Immer wieder bezweifeln Kritiker die Wirksamkeit der Homöopathie oder setzen sie sogar mit Placebos gleich. Es werden stichhaltige Beweise für die Wirkung in Form von Experimenten und klinischen Studien gefordert, ohne sich der Lage bewusst zu sein, dass es bereits über 4.000 davon gibt. Die medizinische Evidenz homöopathischer Arzneien konnte somit hinreichend belegt werden. Darüber gilt es, umfassend aufzuklären und Bewusstsein zu schaffen.

Wirksamkeit per Se wird durch Studien nicht bewiesen

Prinzipiell kann weder die Wirksamkeit von homöopathischen Arzneimitteln noch von klassischer Schulmedizin durch Studien bewiesen werden. Doch sind viele Kritiker aufgrund von mangelnder Erfahrung hinsichtlich der Homöopathie weitaus skeptischer eingestellt, als gegenüber der Schulmedizin.

Daher fordern diese immer wieder einen Beweis für die Wirkung von Homöopathie. Ein richtiger Nachweis, wie man es von der Mathematik oder der Physik kennt, ist in der Medizin und der Homöopathie allerdings schlichtweg nicht möglich.

Klinische Studien werden in der Regel durchgeführt, um auszuschließen, dass es sich bei einer bestimmten Wirkung nur um einen Zufall handelt. Hierbei werden die Auswirkungen eines Medikaments auf den Patienten mit den Auswirkungen eines Placebos verglichen. Ein signifikantes Ergebnis deutet darauf hin, dass ein Medikament wirksam ist. Jedoch handelt es sich hierbei nur um eine statistisch gestützte Annahme. Es wird ein Hinweis auf Wirksamkeit festgestellt, dieser kann jedoch nicht als Beweis für eine generelle Wirksamkeit herangezogen werden.

Die Ergebnisse von Studien sind immer abhängig von den Studienbedingungen. Alter, Geschlecht, Krankheiten der Probanden und viele weitere Parameter haben Einfluss auf das Ergebnis. Des Weiteren sollte nie außer Acht gelassen werden, wie eine bestimmte Studie finanziert wurde. Da besonders hinter klassischen Arzneimitteln große Pharmakonzerne stehen, die durchaus Interesse an der Wirksamkeit ihres Produktes haben, sollten Studienergebnisse immer kritisch und reflektiert betrachtet werden.

Der Mensch ist ein lebender und sich stetig verändernder Organismus. Keiner gleicht dem anderen und somit ist auch die Reaktion auf Arzneimittel nicht für jeden Menschen generalisierbar. In der Medizin steht daher auch das „richtige Handeln“ im Vordergrund.

Pro und Contra: Studienlage zur Wirksamkeit der Homöopathie - © GoodIdeas/stock.adobe.com
© GoodIdeas/stock.adobe.com

Medizinische Evidenz

Durch medizinische Evidenz wird das Handeln am Patienten wissenschaftlich begründet. Es bezieht sich hierbei auf die ärztliche Urteilskraft, das Abwägen aller Befunde, Beobachtungen und Daten, um eine Diagnose und Handlungsempfehlungen festzustellen. Medizinische Evidenz ist der Hinweis, dass etwas eine Wirkung hat, jedoch nicht der Beweis dafür.

Die Anwendung von evidenzbasierter Medizin erfordert nicht nur ärztliche Urteilskraft, sondern auch ausreichende Erfahrung im bestimmten Therapiegebiet. Nur wer sich mit der Anwendung von Homöopathie umfassend und intensiv beschäftigt, ist in der Lage, die medizinische Evidenz zu beurteilen. Die praktische Erfahrung mit evidenzbasierter Medizin gilt als essentielle Bewertungsgrundlage.

Nachweisbarkeit

Viele Studien weisen schon seit langem auf die Wirkung von homöopathischer Arznei hin. Die Gesamtheit der gesammelten Daten und Studien zeigt, dass die medizinische Evidenz von Homöopathie stetig zunimmt. Ein wissenschaftlicher und stichhaltiger Beweis für die Wirkung von Arzneien, wie es von kritischen Stimmen gefordert wird, ist weder in der Schulmedizin noch in der Homöopathie möglich.

Belege sind ausreichend

Um mit dem Vorurteil, „homöopathische Arzneimittel weisen keine klinische Wirkung auf“, ein für alle Mal aufzuräumen, untersuchte der unabhängige schwedische Forscher Professor Robert Hahn die aktuelle Studienlage der Homöopathie nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Die umfangreiche Analyse gelangte zu dem Schluss, dass „nur“ 90% aller homöopathischen Studien ausgeschlossen oder wissenschaftlich nicht haltbare Methoden angewendet werden müssen, um zum Schluss kommen zu können, dass Homöopathie beim Menschen nicht wirksam sei. Seine Ergebnisse wurden 2013 in der Zeitschrift „Forschende Komplementärmedizin“ veröffentlicht.

Durch die stetige Zunahme der Evidenz der Homöopathie erhöhte Hahn diese Zahl im Jahr 2016 um weitere 5%. Es kann demzufolge davon ausgegangen werden, dass Arbeiten, die Homöopathie als Placebo abstempeln, über 95% aller Studien bei der Erkenntnisgewinnung außer Acht lassen.

Die Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie veröffentlichte 2016 einen Reader, welcher die Erkenntnisse von Hahn noch weiter untermauert: In einem 56-seitigen Bericht wurde der aktuelle Forschungsstand zusammengefasst. Hier konnte der therapeutische Nutzen der Homöopathie und auch die Wirkung von Hochpotenzen nachgewiesen werden. Metanalysen zeigen eine deutlich bessere Wirkung homöopathischer Arzneimittel im Vergleich zu Placebo.

Klinische Studien

Hinweise auf die Wirksamkeit von homöopathischen Arzneimitteln liefern auch klinische Studien. Unter anderen führte Univ.-Prof. Dr. Michael Frass, Facharzt für Innere Medizin am Wiener AKH und Leiter der Spezialambulanz „Homöopathie bei malignen Erkrankungen“, zwei Studien durch:

Eine dieser Studien untersuchte die Wirkung von Homöopathie bei schwerkranken Sepsis-Patienten. Es handelte sich um eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie. Insgesamt wurden 70 Sepsis-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt wurden, untersucht. Die Hälfte der Patienten bekam – zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung – ein homöopathisches Arzneimittel verabreicht, während die andere Hälfte ein Placebo erhielt.  In der Experimentalgruppe überlebten 75,8% der Patienten 180 Tage, während in der Placebogruppe hingegen nur 50% diese Zeit überlebten. Dieses Ergebnis ist statistisch signifikant.

Auch bei der zweiten Studie von Prof. Frass handelt es sich um eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie. Hierbei wurde erforscht, wie sich eine homöopathische Arznei auf die Extubation von Patienten auswirkt. 50 Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, die künstlich beatmet wurden, fungierten hierbei als Probanden. Sobald diese wieder selbstständig atmen konnten, verhinderte zu viel Schleim in der Luftröhre das Entfernen des Beatmungsschlauchs. Die Hälfte der Patienten bekam zusätzlich zur routinemäßigen Behandlung ein homöopathisches Arzneimittel verabreicht, während die andere Hälfte ein Placebo einnahm. Gemessen wurde die Menge von Sekret bzw. Schleim in der Luftröhre ab dem 2 Tag der Verabreichung ebenso wie der Zeitpunkt einer erfolgreichen Extubation und die Länge des Aufenthalts im Krankenhaus. Durch die Anwendung von Homöopathie konnte der Schleim schneller vermindert werden als bei der Placebogruppe. Während die Experimentalgruppe die Intensivstation nach durchschnittlich 4,2 Tagen verlassen konnte, waren es bei der Placebogruppe im Durchschnitt 7,7 Tage. Auch dieses Ergebnis war statistisch signifikant.

Diese Studie von Prof. Frass wurde mit Kalium bichromicum C30 durchgeführt. Insbesondere das Resultat, dass sich der Schleim im Hals bei den Patienten, die das homöopathische Mittel bekamen reduzierte, lässt auf den positiven Effekt dieses homöopathischen Arzneimittels bei COPD-Erkrankungen schließen.

Experimentelle Studien

Besonders die Wirkung von Hochpotenzen wird von Kritikern gerne angezweifelt bzw. als nicht vorhanden gesehen. Univ.-Prof. Claudia Witt hat an der renommierten Charité Universitätsmedizin Berlin ein systematisches Review über 67 homöopathische in-vitro-Experimente mit verschiedenen Blutzellen und Zellkulturen durchgeführt und fand dabei positive Ergebnisse: Es zeigte sich, dass 73% der Experimente Wirkungen von Hochpotenzen zeigten, die „keine Moleküle“ der ursprünglichen Wirkstoffe mehr enthielten. 33% der Experimente wurden zudem durch unabhängige Forschergruppen wiederholt worden und stolze 75 % dieser Wiederholungen zeigten positive Ergebnisse. Die Wirkungen von „Hochpotenzen“ sind demzufolge wissenschaftlich nachweisbar. Die Ergebnisse von Prof. Claudia Witt wurden von Jürgen Clausen grundsätzlich bestätigt. Clausen berichtete über 1.500 experimentelle Studien, die 2011 in der HomBRex-Datenbank der deutschen Carstens-Stiftung registriert waren: 830 dieser 1.500 Forschungsarbeiten untersuchten Hochpotenzen mit Verdünnungen „jenseits der Loschmidt’schen Zahl“ (= homöopathische Arzneimittel, die keine Moleküle des ursprünglichen Wirkstoffs enthalten). 90 % der 830 Forschungsarbeiten (also 745 experimentelle Studien) mit Hochpotenzen zeigten positive Ergebnisse für die Homöopathie.

Erkenntnisse

Wie auch schon im letzten Beitrag erwähnt, gibt es weder einen hundertprozentigen Beweis für die Wirkung von Homöopathie noch für die konventionelle Medizin. Weil Studien immer nur die Wirksamkeit einer bestimmten Arznei bei einer bestimmten Erkrankung untersuchen. Die genannten Studien und Forschungsstände der aktuellen Studienlage nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin zeigen jedoch eindeutig die Wirksamkeit von Homöopathie.

Das hat auch die Allgemeinmedizinerin Dr. Melanie Wölk in ihrer Masterarbeit im Universitätslehrgang Natural Medicine an der Donau-Universität Krems bestätigt. Sie untersuchte die Frage, ob es Studien mit einem hohen Evidenzgrad (Ia, Ib) gibt, die die Wirksamkeit der Homöopathie nachweisen oder, ob in der Homöopathie bloß tradiertes Erfahrungswissen im Mittelpunkt steht. Das Ergebnis war eindeutig. Im untersuchten Zeitraum (2010 – 2016) sind so hochwertige Studien vorhanden, dass die wissenschaftliche Aussage berechtigt ist: „Die Homöopathie erfüllt alle Kriterien der evidenzbasierten Medizin!“ Die Forscherin hat aber auch die Hintergründe der Homöopathiediskussion in den Medien beleuchtet und herausgefunden: „Die Diskussion über die Existenzberechtigung der Homöopathie scheint nicht auf einer vorurteilsfreien und fairen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik zu beruhen, sondern ein irrationaler und höchst emotionaler Streit um Weltbilder zu sein.“ Dr. Wölk wurde für diese Arbeit mit dem Dr. Peithner Sonderpreis für Forschung in der Homöopathie ausgezeichnet.

Trotz dieser eindeutigen Wirknachweise der Homöopathie gilt es, weiterhin Aufklärung hinsichtlich des Wirkmechanismus der homöopathischen Arzneimittel zu leisten und Menschen auf die Vorzüge dieser Behandlung aufmerksam zu machen.

Weitere Neuigkeiten

Diesen Artikel teilen:

Weitere Artikel

Homöopathie für Babys

In der Regel kommen Kinder gesund und voll Lebenskraft auf die Welt. Mit erstaunlicher Energie und Neugier wachsen...

COPD: Mit Homöopathie schneller von der Beatmung loskommen

In Österreich gilt die COPD als „Volkskrankheit“: Schätzungen zufolge leiden zwischen 400.000-800.000 Menschen an der Atemwegserkrankung. Somit ist fast...

Arzneimittelbild: Chamomilla Recutita – die echte Kamille

Kaum eine Arzneipflanze ist so beliebt und bekannt wie die Echte Kamille. In der Homöopathie hat sie als...

Der Darm als Sitz des Immunsystems

Für eine geregelte und gute Verdauung sorgt der Darm. Eine weitere wichtige Aufgabe des Darms ist die Abwehr...