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Prof. Dr. Stephan Baumgartner: Neueste Erkenntnisse aus der Homöopathie-Forschung

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In diesem Interview stellt der Physiker Prof. Dr. Stephan Baumgartner von den Universitäten Witten/Herdecke und Bern einige wichtige Ergebnisse aus seiner 25-jährigen Grundlagenforschung zu homöopathischen Potenzen vor.

Auf der 5. Internationalen Forschungskonferenz des Homeopathy Research Instituts (HRI) vom 16.-18. Juni 2023 in London kamen die wichtigsten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Homöopathie-Forschung zu Wort. Die 61 Forscherinnen und Forscher präsentieren ihre neuesten Erkenntnisse aus vielen Bereichen der Wissenschaft, etwa der klinischen und veterinärmedizinischen Forschung und der Grundlagenforschung. Die Teilnehmenden kommen aus 27 Nationen. Einer der Referenten war Prof. Dr. Stephan Baumgartner – wir haben hier ein kurzes Interview mit dem renommierten Wissenschafter.

Prof. Baumgartner, sind spezifische Wirkungen potenzierter Substanzen naturwissenschaftlich nachvollziehbar?

Prof. Baumgartner: Wissenschaft speist sich aus zwei Quellen: Beobachtungen und Theorien. Auf der Beobachtungsseite liegen aus meiner Perspektive viele sehr interessante experimentelle Phänomene vor, die deutlich darauf hinweisen, dass potenzierte Substanzen Effekte hervorbringen, die spezifisch sind, d.h. sich von Placebo unterscheiden. Auf der Theorieseite gibt es auch einige interessante Ansätze, wie solche Wirkungen zu verstehen sein könnten, nur ist die Wissenschaft hier deutlich weniger weit. Aus meiner Sicht rufen die empirischen Beobachtungen nun aber quasi danach, sich vertieft mit möglichen Erklärungsansätzen zu beschäftigen.

Warum sind die Ergebnisse Ihrer Forschung nicht mit der Hypothese in Einklang zu bringen, dass es sich bei homöopathischen Präparaten um reine Placebos handelt?

Prof. Baumgartner: Wir haben in vielen unterschiedlichen Experimenten Effekte von homöopathischen Präparaten beobachtet, die sich von einem entsprechenden Placebo unterscheiden. Diese Experimente wurden alle mehrfach wiederholt und verblindet durchgeführt, d.h. die Experimentierenden wussten nicht, ob sie gerade ein homöopathisches Präparat oder Placebo im Experiment untersuchten. Insgesamt haben wir in rund 15 unterschiedlichen experimentellen Modellen Effekte über Placebo hinaus beobachtet. Außerdem gibt es erste Hinweise darauf, dass die Auswirkungen spezifisch für den physiologischen Zustand der Labororganismen sind. So reagieren etwa ungeschädigte Wasserlinsen auf potenziertes Gibberellin, ein Wachstumshormon, während mit Arsen vorgeschädigte Wasserlinsen auf potenziertes Arsen reagieren, aber nicht auf potenziertes Gibberellin.

In ausgedehnten verblindeten und randomisierten Experimentreihen ergibt sich wiederholt deutliche empirische Evidenz für spezifische Wirkungen von auch hochverdünnten homöopathischen Potenzen. Wie haben Sie dies festgestellt?

Prof. Baumgartner: Hier haben wir eine bestimmte Art von Experimenten wiederholt und wiederholt, um die Reproduzierbarkeit zu untersuchen. So wurden die Auswirkungen von potenziertem Zinn in einer D30 auf den Stoffwechsel von Kresse in insgesamt 35 unabhängigen Experimenten an drei Laborstandorten durch zwei Wissenschaftler in zwei Ländern untersucht. Mittlerweile sind noch 8 weitere Experimente in einem weiteren Labor durch zwei weitere Wissenschaftlerinnen dazugekommen. Solche Untersuchungen macht man, um festzustellen, wie reproduzierbar diese Effekte sind. So findet man auch Einflussfaktoren, die essenziell für das Auftreten einer Wirkung von homöopathischen Präparaten sind.   

Stellt sich die Frage nach dem Wirkprinzip. Wie werden Sie diese wissenschaftlich noch offene Frage angehen?

Prof. Baumgartner: Hier verfolgen wir im wesentliche zwei Ansätze. So werden wir verstärkt auch physikalische Messungen an homöopathischen Präparaten durchführen, um deren molekulare Struktur noch genauer zu charakterisieren und aufzuklären. Ein anderer Ansatz besteht darin, potenzierte Präparate gezielt verschiedenen Einflüssen auszusetzen, wie etwa Mikrowellenstrahlung, Hitze etc., um dann in Experimenten mit lebendenden Organismen festzustellen, welche äußeren Einflüsse die Wirkung dieser Präparate aufheben und welche nicht. Daraus kann man dann Rückschlüsse auf das zugrunde liegende Wirkprinzip ziehen.

Wir danken Prof. Dr. Baumgartner für das Gespräch!

 

https://youtu.be/Z7EF82p26yY
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