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Erkältung homöopathisch behandeln

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Nasses Wetter, eisiger Wind, hustende und schnupfende Mitmenschen – leicht fängt man sich in der kalten Jahreszeit eine Infektion ein. Nicht gleich ein Fall für eine Antibiotikatherapie! Im Akutfall rasch eingesetzt, verhindert die homöopathische Medizin eine Verschlimmerung der Erkrankung und lindert die Symptome.

Die Heftigkeit eines grippalen Infektes hängt mit dem Zustand des Immunsystems zusammen. Ebenso wie schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung, machen uns Stress und Hektik krankheitsanfälliger. Daher gehört die Stärkung des Immunsystems zu den grundlegenden Präventivmaßnahmen: zuerst einmal durch gesunde, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft, Abhärtung durch Sauna und Kneipen sowie durch ausreichend Ruhe und gesunden Schlaf. Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung, wie zum Beispiel ‚Frösteln am Abend‘, sollte so rasch wie möglich mit der Gabe einer homöopathischen Arznei reagieren!

Die homöopathische Wirkung zielt nicht auf eine spezielle Erkrankung oder einen speziellen Erreger ab, sondern sie regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an.

Erkältung – mit Homöopathie behandeln

Ein typisches Beispiel: Wie so oft im Herbst, kam die Erkältung ganz plötzlich. Tagsüber hat Julian noch fröhlich im Wind gespielt und Drachen steigen lassen, abends hat er bereits etwas gefröstelt, nachts wacht der Vierjährige mit trockenem, harten Husten auf und hat hohes Fieber. Die Heftigkeit des Infekts ist überraschend. Das Fieber ist auf 39,5 Grad Celsius, der Kopf des Buben ist rot, sein ganzer Körper trocken und heiß. Unruhig wirft er sich im Bett hin und her, strampelt die Bettdecke weg und hat großen Durst auf kaltes Wasser. Ängstlich fragt er seine Mutter: „Was ist mit mir los? Habe ich etwas Schlimmes?“
Aus homöopathischer Sicht liegt hier eindeutig ein Fall für Aconitum vor. Durch kalten Wind verursacht, im Verlauf brisant: Frösteln, nachfolgend rascher Fieberanstieg, hohes Fieber, roter Kopf, trockener Mund, großer Durst auf kalte Getränke, Angst und Unruhe.

Einmal bleibt es beim Kratzen im Hals, raue Stimme und leichte Schluckbeschwerden; nach ein paar Lutschbonbons ist der Spuk in zwei, drei Tagen vorbei. Ein anderes Mal verläuft die Krankheit heftiger mit starken Schmerzen und sogar Fieber. Und manchmal sind die Halsschmerzen nur der Auftakt für einen grippalen Infekt, der einen zu ein paar Tagen Bettruhe zwingt.
Genau dieses Krankheitsbild würde jeder Gesunde bekommen, wenn er die Blauer Eisenhut, Sturmhut (Aconitum napellus) in homöopathischer Zubereitung, einige Tage 5 Globuli in der D 30 zu sich nehmen würde. Wir nennen diesen Vorgang Arzneimittelprüfung.

Grippale Infekte homöopathisch behandeln - © Nico Bekasinski/stock.adobe.com
© Nico Bekasinski/stock.adobe.com

Häufigste Anwendungsgebiete für homöopathische Arzneimittel

Erkältungen und grippale Infekte (31 %), Husten (30 %) und Schnupfen (28 %) gehören zu den häufigsten Beschwerden und Krankheiten, bei denen Homöopathika zur Anwendung kommen. Das geht aus einer Studie hervor, die im Jänner 2012 von GfK Austria Health Care und der Dr. Peithner KG bei 2.000 ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren durchgeführt wurde.

Homöopathie: Besonders beliebt bei Frauen und Familien

Besonders beliebt ist diese Behandlungsmethode beim weiblichen Geschlecht: Während im Jahr 2011 rund 36 Prozent der Männer zu Homöopathie gegriffen haben, waren es bei Frauen sogar 63 Prozent. Frauen zwischen 30-39 Jahre sind hier mit 71 Prozent Spitzenreiter. Rund zwei Drittel aller Familien mit Kleinkindern (69 %) und Schulkindern (62 %) haben im letzten Jahr homöopathische Mittel angewendet.

Ausführliche Anamnese ist immer wichtig

Bei akuten Krankheiten beachten wir das sogenannte „Vollständige Lokalsymptom“, das heißt: was ist das für eine Krankheit, seit wann besteht sie, was bessert/verschlechtert sie, unter welchen Umständen ist sie entstanden? Dann folgt ein ausführliches Gespräch über Allgemeinsymptome, wie Appetit, Schlaf, Wärme-/Kälteempfinden.

Bei länger bestehenden Erkrankungen fragen wir noch zusätzlich nach Vorerkrankungen, anderen Neigungen des Patienten, krank zu sein, nach Charaktereigenschaften, nach Ängsten des Patienten und finden für alle Beschwerden eine einzige Arznei. Es entsteht in unserem Kopf das Bild der Krankheit, das in Übereinstimmung zum Arzneimittelbild gebracht wird. Die Wahl der Potenz ist einerseits abhängig von der Ebene der Störung – körperlich oder psychisch – andererseits von der Energielage des Patienten.

Grenzen der Homöopathie

Durch den Einsatz homöopathischer Mittel lassen sich viele Symptome des grippalen Infekts gut behandeln – aber jede Heilmethode hat auch ihre Grenzen. Wir haben immer das Wohl des Patienten im Auge: Beispielsweise erfordert eine Angina mit dicken, weißen oder grünen Belägen die Gabe von Antibiotika. Liegt jedoch nur eine einfache Mandelentzündung vor, können homöopathische Arzneien gegeben werden. Unbedingt nötig ist jedenfalls eine Kontrolle am nächsten Tag, um den Verlauf der Erkrankung und das Ansprechen des Patienten auf die Behandlung sorgfältig überwachen und begleiten zu können.

Weitere Mittel gegen virale Infekte finden Sie in unserer Arzneimitteldatenbank

Autorin: Dr. Gloria Kozel
Ärztin für Allgemeinmedizin, Graz, ÖÄK Diplom Komplementäre Medizin: Homöopathie

 

https://www.youtube.com/watch?v=zNISY8Z3Rgk&t=32s

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