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Arzneimittelbild: Carduus Marianus – Mariendistel

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Die Mariendistel hat eine lange Tradition in der Kräuterheilkunde bei der Behandlung von Beschwerden der Leber und Galle. Auch in der Homöopathie ist sie als potenzierte Arznei Silybum marianum unverzichtbar bei der Behandlung von Leber– und Gallenwegserkrankungen.

Der Name Mariendistel geht auf eine Legende zurück. Auf der Flucht von Maria, Josef und dem neugeborenen Jesus nach Ägypten sind beim Stillen des Jesuskindes einige Tropfen Muttermilch auf eine unscheinbare Distel am Wegesrand getropft. Seitdem sind die Blätter dieser schönen Pflanze weißgrün marmoriert. Eine weitere Herleitung stammt möglicherweise aus dem Lateinischen. Das Wort „silibon“ bedeutet Quaste und bezieht sich auf die kugelförmige Blüte dieser Distel.

Mariendistel kann eine stattliche Größe bekommen

Die Pflanze gehört zur großen Familie der Asteraceae (Korbblütler), die mit geschätzten 24.000 Arten als eine der größten Pflanzenfamilien gilt. Die ein- bis zweijährige Mariendistel kann eine stattliche Höhe von bis zu 1,5 Metern erreichen. Die großen, dornig gezackten und weiß marmorierten Blättern bilden eine grundständige Rosette mit einem Durchmesser von über einen Meter aus. Der aufrechte Stängel kann verzweigt sein und hat wenige und kleinere Laubblätter.

Die Blüte ist kugelig und erinnert an eine purpurrote Quaste. Blütezeit ist Juli und August. Die befruchteten Blüten bilden schwarzbraunen Samen, die von seidigen, weißen Flughaaren ähnlich den Löwenzahnsamen vom Wind verteilt werden. Die Mariendistel wächst ursprünglich in Südeuropa, Nordafrika und Kleinasien auf warmen, trockenen Plätzen. Sie wird inzwischen weltweit kultiviert. In Österreich zählt die Mariendistel zu den wichtigsten großflächig kultivierten Arzneipflanzen, die größten Anbaugebiete sind im Waldviertel zu finden. Die Mariendistel wurde im Jänner zur Arzneipflanze des Jahres 2021 in Österreich gekürt.

Die Mariendistel liefert viele wichtige Inhaltstoffe

Die heilende Wirkung der Pflanze geht auf die Inhaltstoffe Silymarin und anderen Flavonoiden, Ölen, Schleimstoffen und Bitterstoffen zurück. Sie schützt die Leberzellen vor Vergiftungen (Alkohol, Medikamente, Nahrungs- und Umweltgifte), fördert die Ausheilung geschädigter Leberzellen und regt die Neubildung von Leberzellen an. Die Mariendistel zählt zu den am besten wissenschaftlich untersuchten Heilpflanzen bei Lebererkrankungen.

So kann Carduus Marianus unterstützen

Schon in der Antike war die Mariendistel zur Behandlung von Gelbsucht, Nierensteinen und bei „verstopfter Leber“ als galletreibendes Mittel bekannt. Im Mittelalter wurde die Heilpflanze wahrscheinlich von Mönchen aus dem Mittelmeergebiet über die Alpen gebracht und seitdem hat die Mariendistel ihren festen Platz im Kräutergarten und in der Klosterheilkunde gegen Leberleiden.
In der modernen Phytotherapie, der Heilpflanzenkunde, werden die Samen verwendet, ihre leberheilende Wirkung ist wissenschaftlich anerkannt.

Standardisierte Extrakte aus den Samen haben ihren Einsatz bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen (z.B. Hepatitis), bei degenerativen Prozessen (z.B. Leberzirrhose) und zur Verbesserung der Leberwerte. Bei Knollenblätterpilzvergiftungen als Fertigpräparat in Infusionen innerhalb der ersten 24 Stunden verabreicht, ist die Mariendistel lebensrettend. Begleitend bei der Chemotherapie kann die Heilpflanze vor der Schädigung der Leber schützen und das Allgemeinbefinden und die Lebensqualität deutlich verbessern. Der Tee aus den gemörserten Samen zubereitet lindert Verdauungsbeschwerden und Beschwerden im Zusammenhang mit der Gallenblase.

Silybum marianum – so kann das homöopathische Arzneimittel helfen

Für die homöopathische Arznei werden die reifen, getrockneten Samen gemäß dem Homöopathischen Arzneibuch (HAB) zu einer Tinktur verarbeitet und zur gewünschten Potenz potenziert. Bei der Prüfung des Arzneimittels hat sich der deutliche Organbezug zur Leber, Gallenblase und dem Pfortadersystem bestätigt. Die Arznei gilt als Rechtsmittel, die Beschwerden treten vornehmlich auf der rechten Seite auf. Die Arznei wird meist in den tiefen Potenzstufen D1 bis D6 verwendet.

Geist und Gemüt

Die Arznei wird für Personen mit Cholerischer Konstitution, welche leicht ärgerlich oder gar zornig werden, beschrieben. Im Krankheitsfall kann die Stimmung in eine müde, niedergeschlagene und traurige Verfassung umschlagen, in weiterer Folge werden Betroffene vergesslich und teilnahmslos.

Bei Leberbeteiligung

Der sogenannte Leberkopfschmerz fällt in das Arzneibild von Silybum marianum. Die migräneartigen Kopfschmerzen treten meist halbseitig über dem rechten Stirn- und Schläfenbereich auf. Die Zunge ist weißlich belegt und ein unangenehmer bitterer Geschmack im Mund sind dabei zu beobachten. Begleitend wird ein Schwindel mit dem Gefühl nach vorne zu fallen beschrieben. Trockener Husten, Atemnot und Seitenstechen bei Zwerchfellhochstand und als sogenannter Stauungshusten bei Pfortaderstau und Lebererkrankungen können mit der Arznei gemildert werden. Die Hautsymptome im Arzneibild entsprechen dem Erscheinungsbild der Gelbsucht mit einer schmutzig-gelben Hautfarbe und einem lästigen Juckreiz. Treten blutende, vorfallende Hämorrhoiden oder ein Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris varicosum) im Zusammenhang mit einer Lebererkrankung auf, so ist auch hier eine Verbesserung durch die Arznei zu erwarten.

Verdauung-Leber-Galle

Ein wie schon beschriebener bitterer Geschmack im Mund, unangenehmes Völlegefühl und Übelkeit mit Würgen und Erbrechen einer scharfen, gallenartigen Flüssigkeit sind oft Hinweise auf Leber- oder Gallenblasenerkrankungen und werden in den Arzneimittellehren bei den Verdauungssymptomen aufgezählt. Meist besteht auch eine Abneigung bis zum Ekel gegen Fleisch und gepökelte oder gesurte Fleischprodukte.
Betroffene leiden unter Verstopfung, manchmal im Wechsel mit Durchfall, und aus dem Bauchraum sind rumpelnde und kollernde Darmgeräusche zu hören. Gerade bei Verstopfung sind dann schmerzhafte, blutende Hämorrhoiden die Folge. Die Leber selbst ist gestaut, geschwollen und die Lebergegend ist druckschmerzhaft.
Mögliche Indikationen mit dem beschriebenen Gesamtbild sind Hepatitis, toxische Leberschäden und auch die Folgen einer Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber). Symptome einer Gallenkolik wie bei Gallensteinen mit den heftigen stechenden Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen und hoher Berührungsempfindlichkeit werden ebenfalls im Arzneimittelbild aufgezählt.

Modalitäten

Verschlechterung bei Liegen auf der linken Seite; bei Bewegung und Berührung; nach dem Essen und dem Genuss von Bier
Verbesserung bei Ruhe; durch warme Umschläge

Silybum marianum in der Hausapotheke

Der Einsatzbereich der Hausapotheke beschränkt sich auf die begleitenden Behandlung der ärztlichen Therapie bei Leber- oder Gallenwegserkrankungen.

Leberbeschwerden

Drückende Schmerzen, die vom rechten Rippenbogen zum linken Rippenbogen ausstrahlen; die Lebergegend ist druckschmerzhaft; zusätzlich gelbliche Haut mit Juckreiz; auch bei Leberschädigung durch Einnahme chemischer Arzneimittel Verschlechterung bei Druck auf dem Bauch Besserung durch warme Umschläge und Ruhe

Gallenblasenbeschwerden

Heftige kolikartige Schmerzen, die vom rechten zum linken Rippenbogen ausstrahlen; dabei bitterer Geschmack im Mund, Völlegefühl, Übelkeit/Erbrechen Verschlechterung bei Druck auf dem Bauch Besserung durch warme Umschläge und Ruhe

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